Farblexikon
Additive

Additive helfen, die Eigenschaften einer Farbe in gewünschtem Maße zu steuern. Als Hilfsmittel werden z.B. Netzmittel eingesetzt, welche die Vermischung von Bindemittel und Pigment verbessern. Andere Additive sind z. B. Hydrophobierungsmittel oder Verdichter. Man spricht hier auch von Hilfstoffen.

Ausblühungen

Die Ausblühung (Effloreszenz) zählt zu den Bauschäden und bezeichnet das Auskristallisieren von gelösten Salzen. Die Salze werden durch eindringendes Wasser gelöst und durch Feuchtetransport innerhalb des Bauteils bewegt. Trocknet das Bauwerk wieder ab, kristallisieren Salze aus. Damit vergrößert sich das Volumen und kann zu Absprengungen von Putz oder Anstrichschichten führen. Anders verhält es sich bei Kalkausblühungen. Die Prozesse sind vergleichbar, aber es entstehen hier primär nur optische Beeinträchtigungen durch weiße Flecken oder Schleier.

Bindemittel

Die Art des Bindemittels typisiert eine Farbe und bestimmt auch ihre Bezeichnung. Bindemittel sind Stoffe, die für die Haftung der Farbe am Untergrund sorgen. Sie werden meist in flüssiger Form mit den Pigmenten und Füllstoffen vermischt, damit sie sich gleichmäßig verteilen und alle Feststoffe der Farbe gleichmäßig mit dem Bindemittel benetzt werden. Durch die Art des Bindemittels werden der Farbe wesentliche Verarbeitungs- und Materialeigenschaften verliehen.

Biozide

Fassadenanstriche können mit Bioziden ausgerüstet sein, um einem Befall durch Mikroorganismen entgegenzuwirken. Algizide- und Fungizide Wirkstoffe gehören zu den Bioziden, sie können einem Befall durch Mikroorganismen wie Algen und Pilzen an der Fassade oder im Innenraum vorbeugen, ihn aber nicht dauerhaft verhindern. Auch Konservierungsstoffe gehören zu den Bioziden.

Chlorverbindungen

Chlorverbindungen können stark reizend wirken. Zu den organischen Chlorverbindungen gehören auch einige stark giftige, persistente und bioakkumulative Substanzen, wie etwa die polychlorierten Dibenzodioxine und Dibenzofurane.

Außerdem gibt es eine Vielzahl von natürlichen organischen Chlorverbindungen, die von Organismen, wie z.B. Bodenbakterien, Schimmelpilzen, Seetang und Flechten, synthetisiert werden können.

Dämmplatten

Damit ein Material möglichst wenig Wärme leitet, sollte es über viele mikrofeine Hohlräume verfügen, in denen Luft eingeschlossen ist. Stehende Luft leitet Wärmeenergie sehr schlecht, weil hier kein Wärmeaustausch durch Konvektion, also durch Luftbewegung stattfinden kann. Es gibt viele verschiedene Materialien, die zu Dämmplatten (zur Fassadendämmung) verarbeitet werden. Die bekanntesten sind Polystyrol, Mineralwolle oder Calciumsilikat.

Emissionen

Emission (von Lateinisch emittere „herausschicken, -senden“), im Deutschen "Austrag" oder "Ausstoß", bedeutet allgemein Aussendung von Störfaktoren in die Umwelt.

Farbstoffe

Farbstoffe sind Stoffe, die im Gegensatz zu den Pigmenten, in Löse- und Bindemitteln löslich sind. Neben der färbenden Wirkung besitzen Farbstoffe allgemein keine Deckfähigkeit, sie können sich jedoch chemisch oder haftend an feste Stoffen binden.

Fogging

Als Fogging-Effekt bezeichnet man die Verfärbung, bei dem Wände und Decken mit einem schwärzlichen Belag aus Weichmachern und Staubpartikeln überzogen werden. Meist dünsten die Weichmacher aus Klebstoffen, Möbeln oder Bodenbelägen aus.

Der Effekt tritt in beheizten Wohnungen meistens zur Winterzeit auf. An der Zimmerdecke oder an einer Wand setzt sich ein flächiger schwarzer Belag fest.

Füllstoffe

Füllstoffe sind mineralische Feststoffteilchen, die ein Vielfaches größer als Pigmente sind. In der Regel werden farbneutral Feststoffteilchen, wie z.B. Quarz-, Schiefer- oder Dolomitmehle, eingesetzt. Füllstoffe werden eingesetzt um beispielsweise den mechanischen Widerstand einer Farbe zu erhöhen.

Graue Energie

Als graue Energie wird die Energiemenge bezeichnet, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produkts benötigt wird. Dabei werden auch alle Vorprodukte bis zur Rohstoffgewinnung berücksichtigt und der Energieeinsatz aller angewandten Produktionsprozesse addiert. Wenn zur Herstellung Maschinen oder Infrastruktur-Einrichtungen notwendig sind, wird üblicherweise auch der Energiebedarf für deren Herstellung und Instandhaltung anteilig in die graue Energie des Endprodukts einbezogen. Graue Energie ist somit der indirekte Energiebedarf durch Kauf eines Produkts.

Hilfsstoffe

Hilfsstoffe helfen, die Eigenschaften einer Farbe in gewünschtem Maße zu steuern. Als Hilfsmittel werden z.B. Netzmittel eingesetzt, welche die Vermischung von Bindemittel und Pigment verbessern. Andere Hilfsstoffe sind z. B. Hydrophobierungsmittel oder Verdichter. Man spricht hier auch von Additiven.

Kaliumsilikat

Kaliumsilikat ist ein glasartiger Feststoff, welcher in Wasser löslich ist. Man gewinnt Kaliumsilikat durch Zusammenschmelzen von Quarzsand, Kaliumcarbonat und Kohle. Das so erhaltene, feste Gemisch aus Kaliumsilikat und Kieselsäure wird häufig für die weitere Verwendung unter Druck mit überhitztem Wasser in eine sirupartige Lösung verwandelt.

Langlebigkeit

Die Langlebigkeit von Fassadenanstrichen wird primär beeinflusst von der Resistenz der Farbe gegen Witterungseinflüsse. Die silikate Bindung der Mineralfarben bzw. Silikatfarben ist enorm beständig, weil das Bindemittel „Silikat“ im Gegensatz zu Dispersionen absolut UV-stabil ist. Das gleiche gilt auch für die anorganischen Pigmente und die mineralischen Füllstoffe. Die Silikatfarben bzw. Mineralfarben von KEIM sind legendär in ihrer Haltbarkeit bzw. Lebensdauer und bleiben über Jahrzehnte intakt und schön.

Lasuren

Eine Lasur bezeichnet eine transparente oder semitransparente Beschichtung. Mineralische Putze, Mauerwerk oder Sichtbeton können genauso wie Holz farbig lasiert werden.

Lösemittel

Ein Lösungsmittel (auch Lösemittel) ist ein Stoff, der Gase, Flüssigkeiten oder Feststoffe lösen oder verdünnen kann, ohne dass es dabei zu chemischen Reaktionen zwischen gelöstem Stoff und lösendem Stoff kommt. In der Regel werden Flüssigkeiten wie Wasser und flüssige organische Stoffe zum Lösen anderer Stoffe eingesetzt. Das meistverwendete Lösungsmittel ist Wasser, es wird auch bei der Herstellung von Farben eingesetzt, jedoch bleibt es aufgrund der Unbedenklichkeit i.d.R. unerwähnt. Im Hinblick auf Farben, Lacke, Klebstoffe usw. werden daher mit dem Begriff „Lösungsmittel“ Stoffe gemeint die unter anderem für unangenehme Gerüche, Gesundheits- und Umweltschäden verantwortlich sein können. Das sind zum einen flüchtige organische Lösemittel (VOC), die i.d.R. wenige Stunden bis Tage nach der Verarbeitung verdunstet sind oder zum anderen weniger flüchtige Substanzen, welche aber rein rechtlich nicht als Lösemittel gelten. Diese kommen in manchen „lösemittelfreien“ Produkten ersatzweise zum Einsatz und werden unter Umständen noch über Monate oder Jahre an die Raumluft abgegeben.

Mineralfarben

Mineralfarben enthalten neben anorganischen Farbmitteln als Hauptbestandteil ein kaliumhaltiges Alkalisilikat (Wasserglas), das Kaliwasserglas, auch flüssiges Kaliumsilikat oder LIQVOR SILICIVM genannt. Ein Anstrich mit Mineralfarben bildet nicht wie andere Anstriche eine Schicht, sondern verbindet sich unlösbar mit dem Untergrund (Verkieselung).

Mineralfarben sind enorm farbtonstabil. Nachdem sie ausschließlich mit mineralischen Pigmenten getönt werden und diese sich durch UV-Licht im Farbton nicht verändern, bleiben auch die Silikatanstriche über Jahrzehnte im Farbton konstant.

Mineralfarben basieren auf mineralischen Rohstoffen. Sie sind in Herstellung und Wirkung sehr umweltfreundlich. Ihre lange Lebensdauer spart Ressourcen und die schadstofffreie Zusammensetzung schont Umwelt und Gesundheit.

Pigmente

Pigmente (lateinisch pigmentum für „Farbe“) sind farbgebende Feststoffteilchen. Pigmente können organischen und anorganischen Ursprungs sein. Anorganische (mineralische) Pigmente sind unter UV-Einwirkung stabiler als organische Pigmente. Neben der dekorativen Wirkung besitzen Pigmente eine gute Deckfähigkeit und sind mit Bindemitteln leicht dispergierbar. Im Gegensatz zu Farbstoffen sind Pigmente im Anwendungsmedium unlöslich.

Risse

Risse treten auf, wenn sich im Material Spannungen aufbauen, die das Material nicht aufnehmen. Ursache solcher Spannungen können Temperaturunterschiede innerhalb des Materials oder Bauteils sein.

Schlämmanstriche

Schlämmanstriche sind Farben mit kleinen Körnchen, die die feinen Risse zuschlämmen. Schlämmanstriche müssen immer mit „normaler“ Farbe als Schlussbeschichtung überstrichen werden.

Sol-Silikatfarbe

Die Sol-Silikatfarbe basiert auf einem völlig neuartigen Bindemittelprinzip und eröffnet damit ungeahnte Dimensionen in der Anwendung von Silikatfarben. Das Bindemittel Sol-Silikat, eine stabilisierte Kombination aus Kieselsol und Wasserglas, verkieselt mit mineralischen Untergründen, entwickelt aber zudem starke Adhäsionskräfte, die für eine sichere Anbindung an Beschichtungen auf Basis organischer Kunststoffbindemittel (Dispersionen und Silikonharze) sorgen. Dies erlaubt eine Anwendung auf nahezu allen gängigen Untergründen. Mit einem organischen Anteil unter 5% erfüllt die Sol-Silikatfarbe auch die Anforderungen der DIN 18363 für Dispersionssilikatfarben.

Silikatfarben

Silikatfarben enthalten neben anorganischen Farbmitteln als Hauptbestandteil ein kaliumhaltiges Alkalisilikat (Wasserglas), das Kaliwasserglas, auch flüssiges Kaliumsilikat. Ein Anstrich mit Mineralfarben bildet nicht wie andere Anstriche eine Schicht, sondern verbindet sich unlösbar mit dem Untergrund (Verkieselung). Silikatfarben sind enorm farbtonstabil. Nachdem sie ausschließlich mit mineralischen Pigmenten getönt werden und diese sich durch UV-Licht im Farbton nicht verändern, bleiben auch die Silikatanstriche über Jahrzehnte im Farbton konstant. Silikatfarben basieren auf mineralischen Rohstoffen. Sie sind in Herstellung und Wirkung sehr umweltfreundlich. Ihre lange Lebensdauer spart Ressourcen und die schadstofffreie Zusammensetzung schont Umwelt und Gesundheit.

UV-Strahlung

Ultraviolettstrahlung ist für den Menschen unsichtbare elektromagnetische Strahlung mit einer Wellenlänge, die kürzer ist als die des für den Menschen sichtbaren Lichtes. UV-Strahlung kommt in der Sonnenstrahlung vor. Wegen der Absorption in der Erdatmosphäre (besonders in der Ozonschicht) dringt jedoch vor allen Dingen UV-A- und wenig UV-B-Strahlung bis zur Erdoberfläche vor. UV-Strahlung führt nicht nur zur Erwärmung von Oberflächen, sondern auch zu einem beschleunigten Abbau organischer Substanzen, wie Kunststoffen.

Verkieselung

Anstriche mit Mineralfarben sind besonders langlebig, weil sie sich mit dem Untergrund unlösbar verbinden. Nur die spezielle Rezeptur der Silikatfarben ermöglicht diese dauerhafte Verbindung von Farbe und Untergrund. Der Fachmann nennt diesen Prozess Verkieselung. Durch die Verkieselung entsteht eine extrem dauerhafte Verbindung, die nicht mehr abgebeizt werden kann.

Wärmebrücke

Wärmebrücken sind energetische Schwachstellen der Gebäudehülle. Diese sind entweder geometrisch oder baustoffphysikalisch bedingt. Durch die bessere Wärmeleitfähigkeit eines Bauteils, im Vergleich zu angrenzenden Bauteilen, entsteht örtlich gesehen ein unerwünscht hoher Wärmeabfluss und daraus ergibt sich eine geringere Oberflächentemperatur an der Innenseite der Außenwand. In diesem Bereich besteht dann ein höheres Risiko. Wird dabei der Taupunkt unterschritten kondensiert Luftfeuchtigkeit an der Wandoberfläche und bildet damit Grundlage für Schimmel im Innenraum. Wärmebrücken sind auch verantwortlich für den Fogging-Effekt, bei dem sich Weichmacher aus der Raumluft absetzen.

Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS)

Ein Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) besteht aus einem Verbund verschiedener Schichten, die auf den Außenwänden befestigt werden. WDVS sind also keine selbsttragenden Systeme, sondern eine zweite Hülle, die das Gebäude zusätzlich vor der Witterung schützt und dabei den Wärmeabfluss verringert. Das WDVS besteht aus dem Klebemörtel zur Fixierung der Dämmplatten, Dübeln zur Sicherung der Platten und einem Armierungsmörtel in den eine Gewebearmierung eingebettet wird, die für eine robuste und stoßfeste Oberfläche sorgt. Der Aufbau eines WDVS bleibt dem Auge später verborgen, nur der Oberputz sowie der farbgebende Anstrich bleiben sichtbar. KEIM bietet mineralische Materialien, die sich seit Jahrzehnten bewährt haben und für eine ökologisch, ökonomisch und gesundheitlich optimale Lösung stehen.

Wärmeverlust

Physikalisch betracht ist das, was wir als Wärmeverlust bezeichnen, nichts anderes als ein Energieausgleich zwischen unterschiedlich erwärmten Orten. Bei Gebäuden geschieht dies in der unkontrolliert und als ungewollter Nebeneffekt z.B. beim Lüften.

Wasserdampfdurchlässigkeit

Wasserdampfdurchlässigkeit oder Wasserdampfdiffusionsfähigkeit bezeichnet die Durchlässigkeit eines Anstriches gegen Wasserdampf. Je höher die Wasserdampfdurchlässigkeit einer Farbe, desto besser kann Feuchtigkeit wieder abgeben werden. Im Innenbereich kann dies in Verbindung mit dem richtigen Lüften des Raumes Schimmelbildung vorgreifen.

Wasserglas

Als Wasserglas werden aus einer Schmelze erstarrte, glasartige, also amorphe, wasserlösliche Natrium- und Kaliumsilicate oder ihre wässrigen Lösungen bezeichnet. Je nachdem, ob überwiegend Natrium- oder Kaliumsilicate enthalten sind, spricht man von Natronwasserglas oder von Kaliwasserglas.

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