Produkte:

  • KEIM Lignosil-Base
  • KEIM Lignosil-Color

Bauherr: 
Baugenossenschaft Zentralstrasse, Zürich, CH
www.bg-zentral.ch 

Architekten: 
Dachtler Partner AG Architekten, Zürich, CH
 www.dachtlerpartner.ch 

Bauleitung: 
Caretta+Weidmann Generalplaner AG, Zürich
www.caretta-weidmann.ch 

Landschaftsgestaltung: 
Andreas Geser Landschaftsarchitekten AG, Zürich
www.andreasgeser.ch 

Ausführender Malerbetrieb: 
Schaub Maler AG, Zürich und Wetzikon
www.schaub-maler.ch  

Selbstverständlich Holz

Zurückhaltend farbig, pragmatisch und autofrei, so präsentiert sich die neue Wohnsiedlung „Im Eich“ in der Schweizer Gemeinde Gossau im Züricher Oberland. Auf den umgebenden Wiesen weiden Kühe und Ziegen, und doch erreicht man von hier in einer guten halben Stunde den Hauptbahnhof Zürich. 

Farbige Begegnungsräume
Die neun Gebäude mit insgesamt 87 Mietwohnungen folgen in differenzierter Höhenstaffelung der Topografie des sanft geneigten Hangs und bilden eine Komposition um abwechslungsreich gestaltete halböffentliche Hofräume. Von diesen Höfen aus werden die Zwei-, Drei- und Fünfspänner über Laubengänge erschlossen, die als zusätzliche Außenräume das Wohnumfeld bereichern und Begegnung fördern sollen. „Die hohe Dichte erforderte die Auseinandersetzung mit der Definition von Öffentlichkeit und Privatheit, von Gemeinschaft und Individuum. Der Innenhof dient dabei als gemeinschaftlicher Raum für die Bewohner“, erklärt Urs Schwab von Dachtler Partner Architekten. „Die zum Innenhof orientierten Balkone, welche durch offene Treppenhäuser erschlossen werden, sind kommunikative Erschließungsflächen und attraktive Außensitzplätze zugleich. Sie bilden das Pendant zur privaten Loggia jeder Wohnung.“
Mit ihrer zwei- bis dreiseitigen Ausrichtung bieten die Wohnungen attraktive Ausblicke in die umgebende Natur. Eine differenzierte Farbgestaltung stärkt den Charakter des Ensembles und bindet zugleich die Häuser in die Landschaft ein. Die Farbpalette ist stilistisch abgeleitet aus der Natur, mit frischen, harmonisch aufeinander abgestimmten Gelb- und Grüntönen. Sie verleiht dem Areal Identität und ein modernes Erscheinungsbild. Durch eine geschickte Anordnung der Tiefgarage im Sockel unter den Wohngebäuden ist die Siedlung autofrei.

Mehrgenerationenwohnen
Ziel war es, komfortable Mietwohnungen für verschiedene Lebensphasen zu erstellen, eine Durchmischung der Generationen ist ausdrücklich erwünscht. Die unterschiedlichen Größen der Wohnungen zwischen 2,5 und 5,5 Zimmern und von 65 m2 bis 129 m2 lassen eine breite Spanne von möglichen Nutzern zu. Sämtliche Wohnungen sind altersgerecht konzipiert und schwellenfrei erschlossen. Zusätzlich bietet die Siedlung insgesamt 18 anmietbare Hobbyräume. 

Nachhaltigkeit
Die Gebäude erfüllen hohe bauliche und technische Ansprüche hinsichtlich Komfort und Energieverbrauch. Die Fotovoltaikanlage auf den Dächern generiert etwa 50 % des Strombedarfs der Wohnungen. Beheizt werden sie mittels einer Erdsonden-Wärmepumpe. Auch bei den verwendeten Materialien wurde das Augenmerk auf Qualität gerichtet. „Sämtliche Baumaterialien wurden unter dem Aspekt einer ökologischen und nachhaltigen Bauweise optimiert, was dem Charakter der autofreien Überbauung in einer ländlichen Gemeinde entspricht“, erklären die Architekten. „Wir haben uns für Holz als eine für die Region typische Fassadenbekleidung entschieden, weil es die Häuser gestalterisch in ihre Umgebung einbindet und in Beziehung mit den Menschen tritt.“

Farbtechnik
Die Fassade mit sägerauer Holzverschalung ist ein optimaler Haftgrund für die Farbtechnik mit dem mineralischen Holzanstrichsystem KEIM Lignosil. Theo Schaub, Inhaber der Schaub Maler AG, war von Anbeginn durch Bauherrschaft, Architekten und Bauleitung in die Entscheidungsfindung für den Fassadenaufbau mit eingebunden. 
„Vor knapp zehn Jahren war unsere Firma als langjähriger Verarbeiter einer Vielzahl von Produkten aus dem Hause Keim eng in die anfängliche Entwicklung von KEIM Lignosil eingebunden“, erklärt Theo Schaub. „Die Vorgabe, einen biozid- und lösemittelfreien, dauerhaften und damit nachhaltigen Anstrich anzuwenden, sprach ganz klar für eine Ausführung mit KEIM Lignosil. Hinzu kommen die Diffusionsoffenheit des Systems und die differenzierte, ansprechende Farbpalette.“
Gemeinsam mit dem Zimmermann definierte Schaub den Untergrund und in Zusammenarbeit mit KEIM Schweiz erarbeitete er den Anstrichaufbau und die Ausschreibungsunterlagen. 
Als Entscheidungsgrundlage dienten verschiedene Fassadenmuster, die mit KEIM Lignosil beschichtet wurden. Das mineralisch matte, farbtonstabile Erscheinungsbild, die robuste Oberfläche mit seiner hohen Wetter- und Lichtbeständigkeit sowie die zu erwartende Langlebigkeit gaben den Ausschlag für KEIM Lignosil. Alternativ angedachte Ausführungen mit „vorvergrauender“ Lasur, Ölfarbe oder einem anderen deckenden Anstrichsystem wurden nicht mehr in Betracht gezogen.

Ausführung
Die gesamte Fassadenfläche betrug 14.000 m2. Das Fassadenmaterial wurde ab Werk zweimal allseitig mit KEIM Lignosil Base grundiert und die Vorderseite einmal mit KEIM Lignosil im Fassadengrundton beschichtet. Theo Schaub: „Wir waren zur Ausführung mit fünf bis sechs Mitarbeitern durchgehend vor Ort. Nach der Montage wurde die Endbeschichtung mit der Rolle aufgetragen und mit dem Vertreiber ausgezogen. Dank der auf diese Weise erzielten Pinselstruktur konnte die Holzstruktur der sägerau verarbeiteten Bretter bewahrt werden, die mit der bloßen Rollerstruktur empfindlich gestört worden wäre. Die Verarbeitungseigenschaften des Materials sind sehr gut, die Farbe lässt sich „geschmeidig“ aufbringen, besitzt eine sehr gute Deckkraft, trocknet schnell und bietet mit der tuchmatten Oberfläche eine äußerst ansprechende optische Qualität.“

Denken in Generationen
Theo Schaub denkt als Handwerker und Unternehmer traditionell im Qualitätsmaßstab und nicht in Gewährleistungsfristen: „KEIM garantiert eine Lebensdauer des Anstrichsystems von 10 Jahren. Das bedeutet jedoch nicht, dass man diese Holzfassaden nun einfach Sonne, Wind und Wetter überlässt. Regelmäßige Kontrolle und regelmäßiger Unterhalt tragen zu einem nachhaltigen Erhalt der Bausubstanz mit bei. Wenn sich abzeichnet, dass einzelne, besonders stark exponierte Fassadenteile einer Erneuerung des Anstrichs bedürfen, wird dies ausgeführt. Wir gehen aber vom gleichen Renovationszyklus aus wie für jede andere mineralische Fassade, das sind 20 bis 25 Jahre. Wir denken in Generationen.“ Denn höchste Qualität gewährleistet den Mehrwert der Langlebigkeit. Und dieser garantiert auf lange Sicht nicht nur Freude am Aussehen, sondern auch an der Rendite.

Die Kühe und Ziegen scheinen sich schnell an die farbigen Bauwerke und die vielen neuen Bewohner gewöhnt zu haben. Das Quartier strahlt in seiner zurückhaltend farbigen Sachlichkeit und Selbstverständlichkeit etwas von den Werten aus, für die die Schweiz steht: Zuverlässigkeit und Dauerhaftigkeit. 

Text: Susanne Mandl

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