Produkt:

  • KEIM Soldalit

Bauherr:
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Bonn
www.bundesimmobilien.de 

Architekten:
MEYERSCHMITZMORKRAMER RHEIN GMBH, Köln
www.msm.archi 

Ausführung:
Jaensch GmbH, Bonn und Düsseldorf
www.jaensch.de

Stuck-Belz, Bonn
www.belz.de 

Fotos: 
Ives Paduch Fotografie 

Wo Nelson Mandela ein Lied sang

Seit kurzem leuchtet sie wieder von einem Hügel des Siebengebirges hoch über dem Rheintal bei Bonn: die ockergelbe Fassade des Hotels Petersberg. Die umfangreiche Sanierung des Hotels ist abgeschlossen. Neben der Modernisierung des historischen Baus lag ein Schwerpunkt auch auf der Bewahrung des Gebäudes mit seiner bedeutenden Geschichte.

Besonderer Ort mit besonderen Gästen...
Der Petersberg, ein Gipfel des Siebengebirges, erhebt sich 350 Meter östlich über dem Rhein. Darauf thront der neobarocke Bau des Hotel Petersberg, der dem Bund lange als Gästehaus diente und in dem zahlreiche Prominenz aus aller Welt nächtigte. So gaben sich gekrönte Häupter wie die Queen, aber auch Stars aus Sport und Film – Michael Schumacher feierte hier seine Hochzeit –, Bill Clinton oder Kaiser Akihito die Klinke in die Hand. Unter ihnen war auch 1996 Nelson Mandela, der von einem Chor mit Freiheitsliedern in seiner Heimatsprache überrascht wurde – der Präsident sang und tanzte mit. Und Konrad Adenauer verhandelte genau in diesem Gebäude mit den Alliierten, indem er zu ihnen auf den Teppich und damit auf eine Stufe trat. – Es sind Geschichten wie diese, die den Petersberg zu einem Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre machen. 

... und mit bedeutender Geschichte
Das erste Hotel an dieser Stelle wurde 1892 eröffnet, Fabrikant Ferdinand Mühlens ließ es als neuer Besitzer 1912 umbauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Gebäude zwischen 1949 und 1952 Sitz der Alliierten Hohen Kommission. Von hier aus wurde Deutschland im Sinne des Besatzungsrechts der Sieger kontrolliert. Und Konrad Adenauer verhandelte an diesem Ort die Souveränität der Bundesrepublik und unterschrieb im November 1949 das Petersberger Abkommen. Nach Abzug der Hohen Kommission wurde der Hotelbetrieb wieder aufgenommen und die Bundesregierung mietete das Hotel als Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland für Staatsoberhäupter und Regierungschefs der Länder an. 1979 erwarb die Bundesrepublik den Petersberg mit Gebäuden und Gelände und es folgten Umbauten bis 1990. Seit der Verlegung des Regierungssitzes nach Berlin 1999 ist es für besondere Anlässe weiterhin Gästehaus des Bundes, obwohl er kein Erstbelegungsrecht mehr hat, und es bleibt auch in unregelmäßigem Abstand Stätte nationaler und internationaler Konferenzen. So fanden im Siebengebirge der Petersberger Klimadialog und die Afghanistan-Konferenz statt. – Das Hotel Petersberg war allerdings in die Jahre gekommen. Und vor allem war das Gebäude nicht für den normalen Hotelbetrieb konzipiert, sondern für die Beherbergung von Staatsgästen und deren Begleittross. Dies sollten eine umfangreiche Sanierung und Modernisierung ändern.

Vom Gästehaus zum Grandhotel
Das heutige Steigenberger Grandhotel & Spa Petersberg wird seit knapp 30 Jahren von der Steigenberger Hotels AG geführt. Durch die Investitionen passte der Bund als Eigentümer, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), das ehemalige Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland an moderne Hotelanforderungen an und investierte dafür etwa 41 Millionen Euro. „Das Hotelgebäude war generell sanierungsbedürftig und entsprach nicht mehr den Anforderungen der heutigen Zeit – auch nicht im Hinblick auf den Brandschutz“, erläutert Thomas Grützner, Pressesprecher der BImA. Bei den Arbeiten an der Immobilie legte die BImA großen Wert darauf, den historischen Charme zu bewahren, um damit auch der geschichtlichen Bedeutung gerecht zu werden. „Die BImA verfügt über zahlreiche bedeutende Immobilien in ihrem Portfolio. Viele ihrer Gebäude sind architektonische Schmuckstücke und setzten zudem Ankerpunkte im Laufe der Geschichte, so auch das Hotel Petersberg“, erklärt Grützner.

Sanieren, modernisieren und bewahren
Die Architekten msm meyer schmitz-morkramer aus Köln übernahmen die Planungen für die umfangreiche Modernisierung. Im Frühjahr 2016 starteten vorbereitende Arbeiten. Die in zwei Bauabschnitte gegliederte Hauptbauphase begann im Frühjahr 2017 mit dem Nordflügel und der Lobby, im Sommer 2018 mit den Arbeiten am Südflügel. „Schwerpunkt der Sanierung und Modernisierung war die Erweiterung der Zimmerkapazitäten sowie deren zeitgemäße Ausstattung“, fasst Grützner zusammen. Außerdem ging es darum, das bestehende Missverhältnis zwischen Hotelzimmern und Veranstaltungsflächen aufzulösen und den Zimmer- und Hotelbereich vom Veranstaltungsbereich zu trennen. Gleichzeitig wurden Restaurants, Bistro und öffentliche Bereiche ebenso modernisiert wie die Rotunde und der Veranstaltungsbereich. Spa-, Wellness- und Fitnessbereiche wurden neugestaltet und auch Haustechnik und Brandschutzkonzept auf den neuesten Stand gebracht. „Nach diesen Maßnahmen verfügt das Hotel nun über 112 klimatisierte und modernisierte Hotelzimmer darunter acht Suiten und eine Präsidenten-Suite mit 230 Quadratmetern – 13 mehr als vor der Sanierung. Alle entsprechen den Standards eines Fünf-Sterne-Hotels“, so Grützner. Und auf die Frage, ob die Denkmalpflege bei diesem Gebäude eine besondere Rolle gespielt hatte, erläutert er: „Bei der Liegenschaft Petersberg spricht man von einem Ensembleschutz.“ Das heißt, Fassade und alles, was von der Straße aus zu sehen ist, sind zu schützen und die Denkmalbehörde muss Veränderungen genehmigen. „Deshalb war es zum Beispiel bei der Sanierung wichtig, die Anmutung der Rotunde, eines der bedeutendsten Räume des Komplexes, zu wahren, da die Glas-Stahlkonstruktion prägend für den gesamten Petersberg ist.“ 

5.000 Quadratmeter ockergelbe Strahlkraft
Sanierungsbedürftig war auch die Fassade des Hotels Petersberg. Norbert Krämer, Geschäftsführer der ausführenden Malerfirma Jaensch aus Bonn erinnert sich: „350 Meter oberhalb der Rheinebene auf einem Berg und umgeben von einem Wald war das Hotel jahrzehntelang Wind und Wetter sehr extrem ausgesetzt.“ Die Fassade war stark verschmutzt und zum Teil stark von Algen befallen. Insbesondere am Fassadenteil zur Rheinseite war eine großflächige Putzerneuerung nötig, da der Unterputz für eine neue Beschichtung nicht mehr tragfähig war. Auch der Gelbfarbton war sehr verblasst. Grund für diesen Zustand war eine Silikonharzfarbe, die in diesem Bereich vor Jahren bei einer Zwischenrenovierung eingesetzt wurde. Die Firma Jaensch, die bereits an der Grundsanierung des Hotels in den 1990er Jahren beteiligt war und die darauf spezialisiert ist, derart bedeutende historische Gebäude und Kirchen instand zu setzen, startete die Arbeiten an gut 5.000 Quadratmetern im Juli 2017. „Nachdem die Firma Belz aus Bonn den Putz in großflächigen Teilflächen abgetragen und erneuert hatte, folgte unser Part. Wir reinigten die Flächen, um den biogenen Befall zu eliminieren und um einen neutralen und tragfähigen Untergrund zu schaffen, auf den wir aufbauen konnten“, erklärt Fachmann Krämer. Mit KEIM Fixativ als Grundierung stellten die Handwerker einen gleichmäßigen Untergrund her, um sicher zu gehen, dass die Farbe gleichmäßig saugt und später homogen in der Oberfläche wirkt. „Abschließend trugen wir zweimal die Farbe KEIM Soldalit im Farbton Ockergelb auf.“ 

Herausfordernde Bedingungen
Die Arbeiten an der Fassade nahmen über zwei Jahre und damit zwei Winter in Anspruch. „Die größte Herausforderung war dabei das Wetter, teilweise mit extremem Wind und Sturm, sodass wir aufpassen mussten, dass die Farben nicht zu schnell abtrocknen“, erklärt Krämer und fügt als weiteren Grund für die lange Zeitspanne den Hotelbetrieb hinzu, der in Teilbereichen immer weitergeführt wurde. „Deshalb waren aufgrund des Lärms Putzerneuerungsarbeiten in der Mittagszeit nicht erlaubt. Auch wenn Staatsgäste kamen, durften wir Handwerker aus Sicherheitsgründen nicht arbeiten.“ Für Hoteldirektor Michael Kain war ebenfalls der Spagat, Gäste möglichst ohne Einschränkungen und Störungen unterzubringen und gleichzeitig damit nicht zu sehr den Baufortschritt der Sanierungsmaßnahme zu behindern, die größte Herausforderung während der Umbauarbeiten.

Besondere Atmosphäre für jedermann
Mittlerweile sind die Baugerüste auf dem Petersberg verschwunden und das modernisierte Hotel erstrahlt seit dem Spätsommer 2019 in ockergelbem Glanz über dem Rheintal. Und nicht nur das Hotel hat sich erneuert, auch die Gästeliste hat sich erweitert. Hoteldirektor Michael Kain resümiert: „Die heutigen Gäste besuchen Tagungen, Kongresse und politische Veranstaltungen, gleichzeitig genießen nun aber auch immer mehr Privatpersonen, darunter Feriengäste und solche, die Familientreffen oder Hochzeiten ausrichten, die besondere Atmosphäre des Hotels. Die heutigen Gäste sind begeistert von der neuen Frische des Hauses.“ – Nicht nur das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch die Arbeit selbst war nicht alltäglich. Norbert Krämer dazu: „Ein Objekt dieser Art instand zu setzen war etwas Besonderes, denn wir spürten täglich die spezielle Atmosphäre dieses geschichtsträchtigen Gebäudes.“

Text: Dr. Alexandra Nyseth

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