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  • KEIM Optil® (für den Untergrund)
  • KEIM Design-Lasur (als dekorative Lasurbeschichtung)

Kirche St. Valentin in Waldmössingen (Schramberg)

1969 fiel die alte Pfarrkirche in Waldmössingen einem Brand zum Opfer. Die neue Kirche, die 600 Personen Platz bietet, wurde errichtet. Jetzt soll der Innenraum der Kirche durch den Rottweiler Künstler Tobias Kammerer neu ausgemalt werden. Bei der Ausmalung geht es darum, den Bildwerken wieder mehr Gewicht zu geben und sie hervorzuheben. Die Idee der Gesamtgestaltung spielt bei Kammerer stets eine zentrale Rolle. Durch seine farblichen Akzente verleiht er der Architektur neue Strukturen und gibt Bildwerken durch entsprechende Hintermalungen eine neue Heimat.


Eine ganz wesentliche Veränderung bei der Umgestaltung soll die Entfernung des Kreuzbalkens im Chorraum sein. Tobias Kammerer greift in seiner Ausmalung den Kreuzbalken auf. Mittels roter Striche zieht sich das Kreuzmotiv durch den gesamten Chor. Kammerer schafft dadurch eine Verbindung vom Kreuzweg über den Heiligen Josef und St. Valentin hinweg über Christus bis hin zur Muttergottes. Die rote Farbe steht hierbei für die Liebe und die Lebenskraft. Zudem symbolisiert Rot in der Bibel das Opfer, die Entsündigung, Vergebung und Heilung. Es steht in der christlichen Symbolik für die brennende Liebe und das Feuer zu Gott und allen seinen Geschöpfen. Die rote Linie entzündet sich über allen Bildwerken und verbindet sie. Violett oder Purpur hintermalt und ebenfalls durch Farbe im Hintergrund verbunden, werden der Heilige Josef und Kirchenpatron St. Valentin. Der echte Purpur kann nur durch Lichteinwirkung entstehen, und gilt darum als Lichtsymbol und als Symbol der Ewigkeit. Zudem ist er vollkommen lichtbeständig, wodurch er zur Symbolfarbe der Ewigkeit wurde. Als Farbe der Vermittlung schafft Purpur den Ausgleich zwischen Erde und Himmel, Sinnen und Geist, Leidenschaft und Intelligenz, Liebe und Weisheit.


Der Kreuzweg soll silbern hintermalt werden. Das Silber erinnert an die Passion. Das Silber steht als Symbol für Werden, Vergehen und Läuterung.
Kraftvoll und voller Energie entfaltet sich die gelbe Christushintermalung im Chor.   „Die gelb-orangene Farbe bringt uns das Licht der Gestirne und die freudigste Farbe der Blumen nahe“, so der Künstler. Die „Verbindung“ von Himmel und Erde erfährt man als das Erlebnis des Lichtes, göttliche Offenbarung und Erkenntnis. Diese Erleuchtungsfarbe umgibt Christus mit seiner großen, strahlenden Energie, die weit in den sakralen Raum hineinreicht. Ihre Leuchtkraft erscheint angenehm warm und freudig. In der runden, gelb-orangen Form, weist der angedeutete Sonnenaufgang, in seiner Farbgebung zudem auf den ersten Schöpfungstag hin. Auch das Silber des Kreuzwegs nimmt Kammerer hier wieder auf. Der Kreuzweg, der mit der schwarz hinterlegten Todesstunde Jesu schließt, findet hier in der Auferstehung seinen Abschluss.

Ich rechten Bereich des Chores ist die Muttergottes zu finden. Sie soll eine klassische blaue Hintermalung erhalten. Blau ist die Farbe der unbegrenzten Ferne und Tiefe. Es steht für Himmelsfrieden und göttliche Weisheit. Seine Transzendenz macht es auch zum Synonym der Durchlässigkeit der Welten von Diesseits und Jenseits. Es versinnbildlicht die Sehnsucht nach dem Wunderbaren. Blau ist zu allen Zeiten das Farbsymbol des Geistigen, Fernen und Erhabenen gewesen, es ist das Sinnbild für Gottesfrieden und ewige Glückseligkeit. Im Zusammenhang mit der Marienskulptur erinnert das Blau an Maria als Himmelskönigin.

(Text von Stefanie Siegmeier)

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