Farbe macht glücklich

Produkte:

  • KEIM Granital®-System
  • KEIM Lasur-System
  • KEIM Biosil®-System
  • KEIM WDVS-Renoviersystem

Beteiligte:

Joachim Eble Architektur
(Architektur)
Berliner Ring 47a
72076 Tübingen

lasuveda
(Farbgestaltung)
Atelier für Farbgestaltung – color in architecture
Barbara Eble-Graebener
Gartenstr. 57
72074 Tübingen

Objektbeschreibung:
Braun und Beige hatte sich der Bauträger sein Wohnsiedlungsprojekt in Frankfurt Ginnheim vorgestellt, "natürlich" mit ökonomischer Nutzwertmaximierung. Doch die Stadt Frankfurt machte dem schon mehrfach als Investor tätig gewordenen Eigentümer einen Strich durch die Rechnung mit Auflagen in Sachen Ökologie und Farbgestaltung. Und das war auch gut so, denn sonst hätte er wohl nie erfahren, wie glücklich Farbe machen kann...

Stadtraum
Mit der Gesamtplanung wurde das Architekturbüro Eble aus Tübingen beauftragt. „Joachim Eble Architektur“ ist mit seinem konsequent ökologischen, an Mensch und Natur ausgerichteten Wohnungsbau bekannt geworden und zählt mittlerweile zu den führenden Büros im Bereich ökologische Stadtplanung und Architektur. Für die Siedlung „Am Mühlgarten“ in Frankfurt Ginnheim entwickelten die Architekten eine offene Bebauung aus 9 Gebäudekomplexen, die sich um zwei private, aber nicht abgegrenzte Wohnhöfe gruppieren. Vier 3- bzw. 4-geschossige Einzelbaukörper sowie drei Ost-West orientierte, ebenfalls 3- und 4-geschossige Zeilen begrenzen die Innenhöfe, die im Süden von 2-geschosssigen Doppelhäusern flankiert werden. Die Höhenstaffelung der Gebäude dient einer optimalen Belichtung und der passiven Nutzung der Sonnenenergie. Die Neubauten fügen sich in Größe und Dachform wie selbstverständlich in den Bestand ein, behaupten aber dennoch ihre eigenständige, solarorientierte Architektursprache.

Neben dem ökologischen Ansatz lag den Architekten besonders auch der soziale Aspekt am Herzen; gemeinschaftliche Bereiche durch Höfe, Wege, Plätze sowie Spielplätze, halbgemeinschaftliche Gebäudevorzonen und Gartenbereiche fördern die Kommunikation zwischen den Bewohnern.
Joachim Eble versteht Architektur als „Organismus“, als „Lebensraum“, in dem Funktion und Baugestalt eine harmonische Synthese eingehen, mit und für die Menschen die sie bewohnen. Die Kombination verschiedener, ökologisch wirksamer Entwurfselemente bedingt die Ökologie des Projekts: Sparsame Erschließung, aktive und passive Solarnutzung, Regenwassernutzung, baubiologisch sinnvolle Materialien und Konstruktionen sowie ein wirksames Energiekonzept, das verschiedene Energiequellen zur Wärmeversorgung integriert.

Außenraum
Die Hofräume sind vom Charakter her unterschiedlich gestaltet, wichtiges und verbindendes Element ist das Wasser. Eine Wasseranlage zieht sich durch das gesamte Gelände, „erzählt“ vom Verlauf eines Baches und stimuliert die Sinne optisch, haptisch und akustisch. Weiteres wichtiges Thema ist die farbige Gestaltung der Baukörper und damit auch der Außenräume. Der ganzheitliche Architekturansatz schließt Farbe als wichtige Funktionsträgerin mit ein. Die Aussage der Architektur wird interpretiert und bereichert, Innen- wie Außenräume werden durch Farbe erst zu Lebensräumen.
Barbara Eble-Graebener, bundesweit tätige Farbgestalterin, entwickelte für das Bauvorhaben das von der Stadt vertraglich vorgeschriebene Farbkonzept. Mit ihrem Studio „lasuveda“ bearbeitet die Künstlerin seit Jahrzehnten sowohl Projekte ihres Mannes, als auch eigenständige Sanierungsvorhaben und Neubauten. Leitidee von „lasuveda“ ist es, Städtebau- und Architekturprojekte durch farbkünstlerische Gestaltung zu dynamisieren und vitalisieren. Stets wiederkehrende Elemente sind lasierte Wandflächen, deren Farbigkeiten sich auf die Parameter Ort, Ausrichtung, Klima und Lichtverhältnisse beziehen. „Farben beleben, stützen und stabilisieren soziale Prozesse. Interessant ist die anregende Wirkung des lasierenden Farbauftrags in Bezug auf die Wahrnehmung der Menschen. Die durchscheinenden Farbüberlagerungen bieten Erholung und sanfte Anregung zugleich, fast wie ein Spaziergang in intakter Natur. Die transparente Lasur überlagert die dichte Wirkung der Wände; der Bildgrund, die Wand tritt zurück, die Farbe an und für sich tritt in den Vordergrund. Farbe wird zur Energieträgerin und gestaltet die Wechselbeziehung zwischen Mensch, Architektur, Natur und Raum als einen dynamischen Prozess“, beschreibt Barbara Eble-Graebener den Charakter einer lasierten Wandgestaltung.

Sozialer Raum
Die Arbeit an dem Wohnungsbauprojekt „Am Mühlgarten“ gestaltete sich als besonders dynamischer Prozess. Der Investor legte nämlich zunächst eine ausgesprochene Abneigung gegen Farbe und Lasur an den Tag, was für das Team von „lasuveda“ aber weniger ein Problem als eine Herausforderung darstellte. Den Farbgestaltern ist es nicht nur gelungen, den Mann von ihrem Konzept zu überzeugen, sondern auch, ihn in die gesamte Planung mit einzubeziehen und schlussendlich sogar zu begeistern! „Unser Vorgehen war liebevoll und zielgerichtet zugleich; wir wollten unbedingt ein Verständnis für die positive Wirkung von Farbe wecken. Dass uns dies gelungen ist, macht uns ebenso glücklich und stolz, wie den Eigentümer heute seine farbige Wohnsiedlung“, so Barbara Eble-Graebener.

Farbraum
Ziel des Farbkonzepts war es einerseits, die große städtebauliche Enge der Bebauung durch die farbige Gestaltung zu weiten, andererseits wollte man den Höfen einen wohnlichen Charakter geben und sie öffnen. Die Wohnhausreihe „Am Weimarfloߓ bildet die nördliche Begrenzung der sonnigen Innenhöfe. Diese Fassaden werden bereichert durch die Kontrastfarbe Blau, die zusammen mit der warmen, gelb-orangen Grundfarbstimmung ein harmonisches und dennoch lebendiges Gesamtbild erzeugen. Die blaue Lasur assoziiert Frische, Wasser, Himmel und verstärkt durch den Kontrast die sonnige Wirkung der warmen Farbigkeit der Höfe. „Unsere Sinnesorganisation ist dann zufrieden, wenn sie in einer feinen Polarität stimuliert wird – zwischen Wärme und Kälte, Licht und Schatten“, formuliert die Farbkünstlerin.
Ganz entscheidend für die Farbwirkung ist neben einem gelungenen Konzept auch die Materialqualität. Im gemeinsamen Gestaltungsprozess konnte „lasuveda“ den Bauträger für die hochwertigen mineralischen Farbmittel der Firma Keimfarben gewinnen und einen optimalen, fachgerechten Materialaufbau der Gebäudefassaden durchsetzen: Auf eingefärbten Putz erfolgte ein Grundanstrich mit Keim Granital und anschließend ein zweifacher Lasurauftrag. Als Künstlerin weiß Barbara Eble-Graebener die unübertroffene Lichtechtheit und Farbbrillanz der Keim’schen Mineralfarben zu schätzen. Farben von Keim vereinen zudem alle bauphysikalischen Anforderungen eines ökologischen Fassadenanstrichs; sie sind hoch wasserdampfdiffusionsfähig, witterungsbeständig und sie bilden keinen Film an der Oberfläche. Überdies sind Keim-Fassaden „patinafähig“, das heißt sie altern mit Würde und werden auch nach Jahrzehnten nicht unansehnlich.

Die kongeniale Verbindung von Joachim Ebles ökologischem Architekturansatz und Barbara Eble-Graebeners Farbkunst charakterisiert seit vielen Jahren die gemeinsame Arbeit und hat sich auch bei diesem Projekt bewährt. „Architektur im Einklang mit dem Menschen“ – ist der hohe Anspruch ihres Wirkens. Die ganzheitliche Architektur der ökologischen Wohnsiedlung „Am Mühlgarten“ mit ihren harmonische Farbstimmungen, den geschützten Höfen, Freiflächen und Wasserläufen schafft Erlebnisräume, die alle Sinne anregen und diesen Anspruch in der gebauten Realität einlösen.

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