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Referenzen

Humboldt Forum

Als Humboldt Forum genutzt, beherbergt das Stadtschloss Berlin moderne Ausstellungsräume hinter barocken Fassaden, die als präzise Rekonstruktion entstanden. Bei den farbig gefassten Partien setzten die Planer auf Produkte von KEIM. Doch wie ermittelt man die historische Farbgebung eines Bauwerks, dessen letzte Reste vor 70 Jahren gesprengt worden waren?

Architekt:
Franco Stella Berliner Schloss-Humboldtforum-Projektgemeinschaft
Fotos:
KEIM / Stephan Falk
Produkte:
  • Soldalit
  • Soldalit-Fixativ
  • Restauro-Lasur
  • Restauro-Fixativ
  • Optil

Barocke Schale, moderner Kern

Mit dem Wiederaufbau des Berliner Schlosses ist nun ein Stück Stadtreparatur im Herzen Berlins abgeschlossen. Denn das Schloss war der Ausgangspunkt für das berühmteste bauliche Ensemble der Stadt: Zeughaus, Dom, Neue Wache, Humboldt-Universität, Museumsinsel – sie alle bezogen sich auf das Schloss. Und ausgerechnet dieser ursprüngliche Baustein hatte gefehlt, seit er nach schweren Kriegsschäden im Jahr 1950 gesprengt worden war. Der Wiederaufbau schließt nun die städtebauliche Lücke. Folgerichtig beschränkt sich die Rekonstruktion des historischen Erscheinungsbilds auf die Fassaden, während das Innenleben ganz den heutigen Anforderungen eines modernen Ausstellungs- und Veranstaltungsbetriebs genügt. 

Auf der Suche nach dem richtigen Farbton

Doch welche Farbe sollten die rekonstruierten Putzfassaden bekommen? Originale Bausubstanz war ebenso wenig vorhanden wie die originalen Bauunterlagen. Welche Quellen sollte man also stattdessen befragen? Als frühe bildliche Darstellungen kamen Radierungen in Frage, die Johann David Schleuen um 1750 erstellt hatte, allerdings sind sie nicht koloriert. Erst auf Gemälden des Biedermeier-Künstlers Eduard Gärtner von Anfang des 19. Jahrhunderts finden sich farbliche Darstellungen, die ein gelbliches Schloss zeigen, doch zu dieser Zeit war das Bauwerk schon über 100 Jahre alt. Auch eine vergleichende Rekonstruktion gestaltete sich schwierig: Die Fassaden des Rokoko-Schlosses Sanssouci in Potsdam beispielsweise präsentieren sich gelb, während etwa das barocke Zeughaus gegenüber des Berliner Schlosses einen rosafarbenen Anstrich trägt. Schließlich fand sich doch noch ein erhaltener Putzrest, der im Schloss Charlottenburg gelagert worden war. Dieses originale, ungefähr handtellergroße Fundstück zeigt einen quitteähnlichen Gelbton und konnte mit einem restauratorischen Gutachten auf 1820 datiert werden. Nach heutigem Wissensstand ist dies die früheste gesicherte Farbfassung, sodass man sich für diesen Ton entschied. Außerdem harmoniert er mit dem Sandstein von Säulen, Gesimsen, Fenstergewänden und Balustraden.

Dem Original verpflichtet

Beim Anstrich wurde viel getan, um eine Anmutung zu erreichen, die einem historischen Erscheinungsbild möglichst nahekommt. Statt der heute gängigen Dispersionsfarben setzte man auf mineralische Produkte von KEIM. Auf den Kalk-Zementputz wurde zunächst KEIM Soldalit als Grundton aufgetragen. Damit diese Schicht nicht zu deckend, sondern leicht wolkig wirkt, verdünnten die Maler die Farbe zu 50 % mit KEIM Soldalit-Fixativ. Um zugleich eine Tiefenwirkung zu erzielen, wurde anschließend in zwei Arbeitsgängen die KEIM Restauro-Lasur, ebenfalls verdünnt, aufgetragen – wie früher mit der Bürste, so dass man den Fassaden den handwerklichen Entstehungsprozess ansieht. Auf vorspringenden Putzflächen kam dabei ein etwas anderer Gelbton zum Einsatz als auf den rückspringenden Flächen. Diese feine Differenzierung betont die Plastizität der Fassaden.

Entdeckung im Untergeschoss

Vor Baubeginn fanden archäologische Grabungen auf dem Grundstück des ehemaligen Schlosses statt. Dabei kamen Reste des Kellers und der Katakomben zu Tage, aber auch Reste eines alten Klosters, das dort einmal gestanden hatte. Die Mauerteile wurden gesichert, restauriert und mit einer Betondecke überspannt. Heute können Besucher dort tief in die Vergangenheit eintauchen und eine gesonderte Ausstellung über die Geschichte des Orts besichtigen. Die Decke erhielt einen schwarzgrauen Anstrich mit KEIM Optil, der sich unauffällig zurücknimmt und den Originalbauteilen und Exponaten den gestalterischen Vortritt überlässt.

Verwendete Produkte

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