Temporäre Kunsthalle

Produkte:

  • KEIM Granital®
  • KEIM Optil®

 

Beteiligte:

Architektur
Architekt Krischanitz ZT GmbH, Wien
www.krischanitz.at

Künstlerischer Leiter

Constanze Kleiner, Thomas Eller

Keim Fachberater
Horst Kaffke, Berlin

Objektbeschreibung:

„Wolken kann man nicht bauen - Und darum wird die erträumte Zukunft nie wahr“. Auf dieses Zitat von Ludwig Wittgenstein bezieht sich der österreichische Künstler Gerwald Rockenschaub mit seinem Konzept für die Außenfassade der Temporären Kunsthalle Berlin. Zwei abstrahierte weiße Wolken auf strahlend blauem Grund wirken in ihrer gepixelten Darstellung wie ein Computer-Icon und treten in eine spannende Symbiose mit der sachlichen Architektur.

Solitär zwischen großen Bauten
Das neue Ausstellungsgebäude für zeitgenössische Kunst steht mitten in Berlin, an einem der prominentesten Orte der Stadt, dem Schlossplatz. In diesem von Baulücken und Brachflächen geprägten Stadtraum, der ganz unterschiedliche Elemente der Stadtgeschichte aufeinander treffen lässt, ist das Provisorium der Kunsthalle ein attraktiver und lebendiger Anziehungspunkt. Der österreichische Architekt Adolf Krischanitz hat den schlichten Riegel als Holzkonstruktion mit Fachwerkträgern konzipiert. Die in nur vier Wochen aus vorgefertigten Elementen errichtete Halle ist alles andere als ein museales Monument, städtebaulich wie architektonisch nicht wirklich eingebunden, und das ist gut so. Denn der so genannte White Cube darf nur zwei Jahre hier stehen, danach muss er dem Neubau des Humboldt-Forums mit der rekonstruierten Fassade des Stadtschlosses weichen. Die Hülle aus Faserzementplatten wird ihr Äußeres immer wieder verändern – sie dient Künstlern als Bildgrund und erweitert den 600qm große Ausstellungsraum im Inneren um die fast 2000 qm große Fassadenfläche. „Der Architekt hat die maximale Fläche und alle vier Außenwände den Künstlern zur Verfügung gestellt,“ erklärt Mitinitiatorin Coco Kühn. „Diese Idee fanden wir sehr überzeugend, denn dadurch ist das Gebäude extrem schlicht, eine reine viereckige Kiste, aber es zeigt nach außen, wofür es steht: für zeitgenössische Kunst.“ Die Kiste wird selbst zum Kunstobjekt und unterstreicht mit ihrer Präsenz im öffentlichen Raum die Bedeutung von Kunst und Kultur für die Entwicklung der Stadt.


Kunst innen wie außen

Die erste Gestaltung der Außenfassade stammt von documenta-Künstler Gerwald Rockenschaub: Zwei weiße, wie aus riesigen Bildpixeln zusammengesetzte Formen auf blauem Grund legen sich um die Außenhaut der Kunsthalle und erinnern an Wolken. Rockenschaub konstruierte sein Motiv digital und ließ es von Fassadenkletterern auf die Fassade übertragen. Das Konzept entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Architekten und könnte auch als ironischer Bezug zum Konkurrenzentwurf für die Kunsthalle gedeutet werden. Der Beitrag des Berliner Büros Graft, eine spektakuläre Bauwolke, erwies sich als nicht finanzierbar und bleibt durch Rockenschaubs Arbeit Synonym für die Temporäre Kunsthalle. Das Fassadenblau leuchtet kilometerweit und wirkt im Zusammenspiel mit den abstrakten Wolkenformen nicht nur als starkes Logo, sondern zugleich als Projektionsfläche für den Ort, das Projekt und seine Zeitgebundenheit. Umso größer ist die Überraschung beim Betreten des Innenraums. Das Entree mit Kasse und Buchladen ist in einen eleganten, warmgrauen Farbton getaucht, der den Räumen eine fast kontemplative Atmosphäre verleiht. Rechter und linker Hand befinden sich ein Leseraum, ein Konferenzraum, ein Projektraum und Toiletten. Am anderen Ende der Halle lockt ein Restaurant mit Wandflächen in sattem Rot, die in ihrer luxuriösen, sinnlichen Ausstrahlung einen reizvollen Kontrast zur provisorischen Architektur erzeugen. „Das Restaurant war uns wichtig,“ so Coco Kühn. „Wir wollten einen Platz schaffen, um in Ruhe die ästhetische Umgebung wahrzunehmen. Der Schlossplatz ist der interessanteste Platz Berlins und einer der schönsten Orte Deutschlands.“

Starke Farben
Sowohl die Außen- als auch Innenbeschichtung erfolgte mit mineralischen Farben, gesponsert von der Firma KEIMFARBEN aus Diedorf. Überzeugt vom Konzept, der Architektur und der künstlerischen Gestaltung durch Gerwald Rockenschaub, kam das Unternehmen der Anfrage der Kunsthalle entgegen und unterstützte das Projekt mit hochwertigen Silikatprodukten. Für den Anstrich der Fassadentafeln empfahl sich KEIM Granital, die bewährte Dispersionssilikatfarbe mit ausschließlich lichtbeständigen, anorganischen Farbpigmenten und hervorragendem Deckvermögen. Die Fugen der Außenfassade blieben auf Wunsch des Architekten sichtbar, ohne Grundierung erfolgte ein zweimaliger Auftrag mit KEIM Granital. Um in den Innenräumen homogene Oberflächen zu schaffen, wurden Fugen und Platten gespachtelt, grundiert und dann mit KEIM Optil, der Innenfarbe auf Sol-Silikat-Basis, gespritzt. KEIM Optil zeichnet sich durch intensive, lichtechte Farbtöne in stumpfmatter Optik aus und ist besonders geeignet für anspruchsvolle Architektur und schwierige Lichtverhältnisse.

Privat finanziertes Projekt
Die Temporäre Kunsthalle Berlin wurde im Oktober 2008 mit drei Video-Installationen der in Berlin lebenden, südafrikanischen Künstlerin Candice Breitz eröffnet. Aktuell stellt Simon Starling aus, es folgen Katharina Grosse mit einem neuen Werkkomplex sowie Jennifer Allora und Guillermo Calzadilla mit ihren multimedialen Arbeiten. Wann es den nächsten Wechsel der Fassadengestaltung gibt, steht noch nicht fest. Die Idee für die temporäre Halle entstand vor drei Jahren. Damals lösten die erfolgreichen Ausstellungen, die in der Ruine des dem Abriss geweihten Palasts der Republik gezeigt wurden, eine Debatte über einen neuen Ort für zeitgenössische Kunst aus. Für die Initiatorinnen, Constanze Kleiner und Coco Kühn, ist die Kunsthalle die Verwirklichung eines Traums, möglich geworden durch die mutige Startfinanzierung des Mäzens Dieter Rosenkranz und die Förderung durch die Stiftung Zukunft Berlin. Das Projekt Temporäre Kunsthalle Berlin zeigt, dass bürgerschaftliches Engagement und großzügiges Sponsoring durch erfolgreiche Unternehmen dafür sorgen kann, zeitgenössische Architektur und Kunst im öffentlichen Raum präsent zu machen. Wolken kann man manchmal eben doch bauen und damit geträumte Zukunft wahr werden lassen.

Weitere Referenzen

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