Produkt:

  • KEIM Granital

Beteiligte:
MSG Maler Stollberg GmbH
(Verarbeiter)
Zwönitzer Str. 9
09366 Stollberg
037296 2731

Hartung + Löffler
(Architekturbüro)
Bodelschwinghstraße 24
09116 Chemnitz
Tel. 0371/30 03 85
Fax 0371/30 23 80

 

 

Objektbeschreibung:
Gehobenes städtisches Wohnen in Zentrumsnähe – so lässt sich der Chemnitzer Stadtteil Kaßberg wohl am treffendsten beschreiben. Große Teile der Bebauung entstanden um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Dazwischen befindet sich eine denkmalgeschützte Wohnanlage aus der Zeit der Moderne, erbaut in den Jahren 1926/27 nach Plänen von Willi Jänicken und Gotthold Puschmann: Der Helenenhof gilt als wegweisend für großzügiges Wohnen im urbanen Umfeld. Während vielerorts noch immer Quartiere für die Stadtbevölkerung entstanden, deren Wohnungen sich um mehrere gestaffelte und lichtarme Hinterhöfe gruppierten, bot der Helenenhof seinen Bewohnern schon immer Licht, Raum und Luft. Der Grundriss der Anlage ist U-förmig, mit der 116 Meter langen Hauptfront an der in Ost-West-Richtung verlaufenden Walter-Oertel-Straße. Im rechten Winkel dazu stehen die beiden Seitenflügel des Helenenhofs mit Fensterfronten nach Osten bzw. Westen. Der von den drei Gebäudeflügeln eingefasste Innenhof ist über ein Portal in der Mitte der Hauptfassade zu erreichen – kein schachtähnlicher Hinterhof wie bei anderen Mietshäusern, sondern eine Oase der Ruhe und ein beliebter Treffpunkt für Bewohner und Kinder.

Zurück zur Farbe
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Helenenhof durch Bombentreffer in der Nachbarschaft beschädigt. Was folgte, war eine eher lieblose Sanierung, bei der viel vom ursprünglichen Charakter der Anlage verloren ging. Gliedernde Architekturelemente wie etwa Gesimse wurden abgetragen und der originale farbige Putz durch einen grauen Kalk-Zement-Putz ersetzt. Ein Fassadenanstrich erfolgte nicht. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang präsentierte der Helenenhof dieses triste Erscheinungsbild. Dann jedoch ließ die Zentralbaugesellschaft, in den zwanziger Jahren Bauherr und bis heute Eigentümer der Anlage, im Zuge einer Generalsanierung die ursprüngliche Farbigkeit wieder herstellen. Von der Bestandserfassung bis hin zur Bauausführung in den Jahren 2001 bis 2003 lagen sämtliche Phasen der Sanierung von Dächern, Fassaden und Außenanlagen beim Chemnitzer Architekturbüro Hartung + Löffler. Architekt Ralf Hartung erklärt die Problemstellung bei der Fassadensanierung: „Die Bauakten zum Helenenhof wurden 1945 bei einem Brand zerstört. Eine vollkommen authentische Wiederherstellung aller Fassadendetails war somit nicht möglich. Anhand von Putzresten im Bereich von Fensteranschlüssen sowie des Gebäudesockels konnte jedoch die ursprüngliche Struktur und Farbe der Fassadenoberfläche rekonstruiert werden.“ An schadhaften Stellen wurde der Putz von Grund auf erneuert, auf die übrigen Flächen wurde Renovierungsputz aufgetragen. Um die ursprüngliche Farbigkeit wiederherzustellen, entschied sich Ralf Hartung für einen mineralischen Anstrich. Die Denkmalpflege bildet einen Arbeitsschwerpunkt für den Architekten. Farbbrillanz und Langlebigkeit nennt er als die herausragenden Gründe, warum er nach zahlreichen anderen Objekten auch beim Helenenhof auf Mineralfarben von Keim zurückgriff.

Historisch und zeitgemäß
Die Malerarbeiten wurden von der MSG Maler Stollberg GmbH aus Stollberg im Erzgebirge ausgeführt. Auf rund 4.700 Quadratmetern Fläche verarbeiteten die Maler um MSG-Geschäftsführer Karl-Uwe Claus Egalisationsfarbe von Keimfarben. Glatt geputzte Flächen wie Gesimse und Fensterlaibungen erhielten einen Anstrich mit Keim Granital. Vorausgegangen war die Musterlegung durch Keimfarben-Fachberater Steffen Schmidt. Die detaillierte Farbabstimmung erfolgte gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, der Unteren Denkmalschutzbehörde Chemnitz sowie dem Bauherrn. Zum Einsatz kamen zwei Standardfarbtöne aus dem Keimfarben-Programm, die dem Helenenhof seine ursprüngliche Optik zurückgaben. Es dominiert ein warmer Terrakotta-ton, in dem die Risaliten sowie die Fassadenbereiche im Erdgeschoss gehalten sind. Dazu kontrastieren die dazwischen bzw. darüber liegenden Bereiche in Altweiß. Ziel der Sanierung war es, den Helenenhof als Denkmal des Städtebaus zu erhalten. Vor allem aber sollte die Anlage den Bedürfnissen ihrer Bewohner entgegenkommen. So wurden beispielsweise moderne, pflegeleichte Fenster mit Kunststoffrahmen eingebaut, die jedoch in Profilierung, Farbe und Sprossung dem historischen Vorbild entsprechen. Haustechnik und Dacheindeckung sind neu, hingegen stammen die Innentüren noch aus den zwanziger Jahren. Nach der umfassenden Sanierung zeigt sich der Helenenhof nun wieder als das, was er schon vor knapp 80 Jahren sein wollte: ein moderner Ort zum Leben in der Stadt.

Weitere Referenzen

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