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Adolf Wilhelm KEIM

Die Lebensgeschichte unseres Firmengründers.

 

Sein Werdegang

Adolf Wilhelm Keim wurde am 25. März 1851 in München geboren und starb dort am 05. September 1913. Aus seiner Ehe mit Karolina Frank gingen zwei Kinder hervor.

Nach seiner Schulausbildung machte er zunächst eine Lehre als Töpfer, wurde Meister und ging anschließend – wie damals üblich - auf Wanderschaft. Erst spät gegen 1879/1880 ging er auf die Industrieschule in Augsburg, um anorganische Chemie zu studieren.

Sein erstes Labor

Neugier, Experimentierfreudigkeit, Selbststudium, große Entdeckungen und Erfolge, aber auch große Rückschläge prägten die Zeit A.W. Keims. Noch vor seinem Chemie-Studium richtete er 1877 in Augsburg eine „Chemisch-technische Werkstätte für Wasserglas- und andere Malereitechnik“ ein. Bereits damals hatte er das klare und ehrgeizige Ziel, eine Wissenschaft der Maltechnik zu begründen. Durch sein autodidaktisches Selbststudium und Experimentieren mit Tonglasuren als gelernter Töpfer brachte er auf diesem Gebiet bereits erste Erfahrungen mit. Mit knapp dreißig Jahren verließ er die Fachschule mit einem Abschlusszeugnis und nannte sich danach technischer Chemiker bzw. ab 1884 auch Chemiker und Redakteur.

 

Sein erstes Patent

1878 erhielt A.W. Keim in Berlin das erste Patent über die Anfertigung witterungsbeständiger Wandgemälde mit dem Titel „Verfahren zur Befestigung von Mineralfarben auf Wandputz zur Herstellung von Wandmalereien“, die Grundlage für das bis heute verfügbare Produkt KEIM Purkristalat. Das Verfahren selbst nannte er „KEIM’sche Mineralmalerei“. Seitdem wurden Zusammensetzung und Anwendungstechniken immer wieder verfeinert, die Grundrezeptur besteht aber bis in die Gegenwart. Kaliwasserglas ist dabei der wichtigste Grundstoff und Bindemittel der KEIM Mineralfarbe. Durch die Verkieselung des Bindemittels mit dem Untergrund entsteht eine feste, unlösbare Verbindung der Farbe mit dem Anstrichträger (Putz, Naturstein, Beton etc.). Das Prinzip ist bis heute die Grundlage von KEIM Silikatfarben.

 

Die ersten KEIM'schen Anstriche

Ab 1878 entstehen die ersten mit KEIM’schen Mineralfarben ausgeführten Wandgemälde, welche auch Jahrzehnte später noch völlig intakt sind.
Die unter Ludwig 1. zahlreich entstandenen Fassadenmalereien zeigten bereits nach kurzer Zeit große Haltbarkeitsprobleme. Maler verwendeten zunehmend chemisch hergestellte Materialien, von denen weder das Herstellungsverfahren, noch die Zusammensetzung genau bekannt waren. Als Beobachter, Kenner und Liebhaber der Kunstszene wollte A.W. Keim seinen Beitrag zur langfristigen Erhaltung von Kunstwerken für nachfolgende Generationen leisten. Vehement setzte Keim sich in den späteren Jahren daher dafür ein, Normen für Materialien und Techniken einzuführen.

Technische Mitteilungen für Malerei

1884 brachte A.W. Keim die Zeitschrift „Technische Mitteilungen für Malerei“ heraus. Sie zählen noch heute zu den wichtigsten Quellen der Kunsttechnologie und Restaurierungsgeschichte. Die Jahrgänge 1884 – 1943 stehen hier zur Verfügung. Die heutige Zeitschrift Restauro ging übrigens aus den Technischen Mitteilungen hervor.

Gründung der Deutschen Gesellschaft für rationelle Malverfahren

1886 gründete Adolf Wilhelm Keim die Deutsche Gesellschaft für rationelle Malverfahren. Eine ihrer Hauptaufgaben war die Entwicklung haltbarer Industriefarben. 1893 fand schließlich unter der Mitorganisation von Keim in München der erste Kongress für Maltechnik statt. In- und ausländische Fachleute nahmen daran teil, Maltechniken wie -materialien rund um die Mineralfarben und die Restaurierung von Malereien wurden vorgestellt und kritisch beleuchtet. In seinem bekanntesten Buchwerk „Über Maltechnik“ (1903) schlug A.W. Keim außerdem eine staatliche, unabhängige Institution für Maltechnik vor.

Die Anfänge seiner Produktionsgesellschaft

1881 gründete A.W. Keim die erste Firma zur Herstellung von Mineralfarbe (Keim und Recknagel, Chemisch-technisches Laboratorium für Mineralmalerei in Augsburg), welche aber im selben Jahr bereits wieder aufgelöst wurde. Keim zog es in diesem Jahr zurück in seine Geburtsstadt München an die Kunstakademie. Auch dort herrschte plötzlich großes Interesse an der Mineralmalerei. Er erhoffte sich hier bessere Forschungsmöglichkeiten und erfüllte sich seinen Wunsch, als Hochschullehrer die Welt der Maltechnik zu reformieren. Seine sogenannte „Versuchsanstalt“ baute er in den folgenden Jahren mehr und mehr zu einem Malzentrum aus. Forschung und Produktion liefen parallel. 1895 mit der Übernahme der Produktion durch die „Steingewerkschaft Offenstetten“ in Niederbayern und deren Nachfolger, die „Industriewerke Lohwald A.G.“, hatte Keim endlich den richtigen Partner für die industrielle Produktion gefunden.

Sein Erbe für die Nachwelt

Typisch für die Gründerzeit waren rasche Erfolge, aber auch herbe Rückschläge und Enttäuschungen. A.W. Keim musste trotz seiner Errungenschaften zum Teil harsche Kritik ertragen. Trotz zahlreicher Auszeichnungen wurde ihm häufig nicht die Anerkennung zugedacht, welche er sich erhofft und verdient hatte. Im Alter von nur 62 Jahren schied er am 05. September 1913 aus dem Leben. Wie bei so vielen herausragenden Forschern und Persönlichkeiten wurden seine wahren Leistungen erst viele Jahre später sichtbar.

Wir bei KEIMFARBEN sind stolz darauf, das Erbe Adolf Wilhelm Keims fortführen zu dürfen!

 

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