Mural City Bremen: Urbane Kunst trifft Nachhaltigkeit
„Bremen soll bunter, lebendiger und inspirierender werden. Mit nachhaltiger Urban Art wollen wir Quartiere aufwerten und Lebensrealitäten positiv verändern“, so die Vision von Peter Stöcker, Kreativunternehmer und Gründer der Urban Art Agentur Lucky Walls, und seinem Team.
Website: www.muralcity.de
Instagram: @muralcity.fest
Fotos: Mural City
Aus dem Wunsch, die urbane Kultur der Stadt Bremen und die Urban Art Szene weltweit zu fördern, entstand das MURAL CITY. Das Motto 2025 lautete: „Beauty of Science“. Künstlerinnen und Künstler wurden eingeladen und Fassadenflächen ausgewählt. Letzteres geschah in Abstimmung mit den Wohnbaugesellschaften Vonovia und LEG Wohnen. Die Fassadenflächen sollten intakt und nicht sanierungsbedürftig sein, denn die Bilder werden bleiben, so dass von Jahr zu Jahr mehr Kunstwerke zu sehen sind und eine riesige Freiluftgalerie entsteht. Nachhaltigkeit liegt allen Beteiligten besonders am Herzen – in der Kunst, in der Stadtentwicklung und im Umgang mit Ressourcen. Deshalb kam bei der Auswahl der Farben anstelle der klassischen Sprühdose die mineralische Fassadenfarbe KEIM Soldalit-ME zum Einsatz. Dank ihrer photokatalytischen Wirkung werden Schadstoffe aus der Umgebung abgebaut. Ein kleiner Beitrag zum Klimaschutz – ganz ohne Pflege- und Folgekosten.
Wie kam es zu der Idee des Mural City Events in Bremen?
Als freischaffender Künstler und als Gründer der Urban Art Agentur Lucky Walls setze ich seit 15 Jahren Fassadenkunstprojekte und Urban Art Events im Marketing- und Kulturkontext um. Seit einigen Jahren kam bei uns im Team immer wieder die Frage auf, wie wir in unserem Wirkungsradius nachhaltiger agieren könnten. Da wir von 2021–2023 das HIDDEN TREASURE Urban Art Festival realisiert haben, dienten uns die Erfahrungen hieraus als Grundlage für das MURAL CITY Konzept. Während das HIDDEN TREASURE Festival ein eventbezogenes Ereignis mit temporärem Charakter ist, setzen wir beim MURAL CITY auf Nachhaltigkeit. Die Kunstwerke entstehen mitten im Stadtraum in sehr hoher Qualität. Dadurch kann die Kunst dauerhaft für die Menschen wirken und ihre Lebensräume bereichern. Auch materialseitig haben wir das Ganze neu gedacht. Da unser angestammtes Medium, die Sprühdose, nicht gerade für Nachhaltigkeit bekannt ist, haben wir uns nach neuen Möglichkeiten auf die Suche begeben und sind hierbei auf KEIM Soldalit-ME gestoßen, eine mineralische Farbe mit einem klimapositiven Zusatz und extremer Langlebigkeit. Diese Neuerungen ermöglichten es, uns sowohl in der kulturellen Wirksamkeit als auch materialseitig nachhaltiger und wesentlich dauerhafter aufzustellen.
Welches sind die größten Herausforderungen bei der Organisation eines solchen Events?
Uns ist es wichtig, allen Beteiligten ein erfolgreiches Projekt zu bieten. Hierbei haben Sponsoren, Partner, Künstler, Bewohner und städtische Vertreter ganz unterschiedliche Bedürfnisse, denen es gerecht zu werden gilt. Das ist eine Herausforderung und zugleich unser organisatorischer Anspruch.
Gab es Zweifel/Diskussionen der Anwohner/Besitzer der Häuser, welche nun gestrichen wurden?
Veränderung ist das, was uns Menschen am schwersten fällt. Das ist im Kleinen wie im Großen immer spürbar, wenn man Projekte öffentlichkeitswirksam realisiert. Unterschiedliche Meinungen sind hierbei nicht nur erwünscht, sondern Teil des Prozesses. Kommunikation, Verständnis, aber auch das Wahren von Grenzen sind hierbei wichtige Schlüsselkompetenzen.
Wie wurden die Künstler ausgewählt? Sind sie bei ihren Ideen komplett frei oder wird das in größerer Runde abgestimmt?
Jedes MURAL CITY findet zu einem übergeordneten Thema statt. Während der Kuration des Line-Ups begebe ich mich auf die Suche nach Künstlern, die thematisch zum Festivalmotto passen und in ihrer Gesamtheit eine breite stilistische Palette abbilden. Dies tue ich, um die Festivalkünstler frei und authentisch arbeiten lassen zu können, um so einen puren kreativen Prozess zu ermöglichen. Wir setzen auf eine Mischung aus erfahrenen Artists und professionellen Newcomern. Auch lokale Talente haben eine Chance. Ich stehe mit allen Artists im persönlichen Austausch zu ihren Motiven und begebe mich, wenn erforderlich, in die Rolle des Art Directors, der Ideen rücksichtsvoll und auf Augenhöhe mit den Künstlern bespricht.
Bei der Auswahl der Künstler ist außerdem wichtig, dass sie auch technisch in der Lage sind, in kurzer Zeit und unter herausfordernden Bedingungen professionelle Murals zu schaffen. Die Künstler hatten in diesem Jahr in Bremen nur vier Tage Zeit, ihre Werke an die Wand zu bringen. An einer Fassadenfläche in der Rostocker Straße arbeiteten drei Künstler in bis zu 27 Metern Höhe an extrem hochformatigen Bildern.
Welcher logistischer Aufwand steckt dahinter? Wie viele Helfer gibt es im Hintergrund?
Ein MURAL CITY Festival benötigt mindestens ein Jahr Vorlauf, um das Thema so zu realisieren, dass man ihm gerecht wird. Der planerische, logistische und personelle Aufwand ist dabei nicht zu unterschätzen. Prozesse sind oft langwierig und benötigen einen langen Atem. Glücklicher macht es uns, dass wir das MURAL CITY 2025 als erfolgreiche Auftaktveranstaltung verbuchen können. Gleichzeitig sind wir auf jede helfende Hand, starke Sponsoringpartner und Fassadeninhaber angewiesen. Das MURAL CITY wird auch in Zukunft keine Soloshow, sondern ein gemeinschaftlicher Erfolg werden. Für 2026 sind unsere Mailboxen für Kooperationsanfragen aller Art geöffnet. Meldet euch, wenn ihr euch kulturell engagieren oder eure Marke durch ein spannendes Kultursponsoring stärken möchtet.
Wie fällt das Fazit aus? Gab es nur positive Resonanz?
Wir sagen: Jeder Prozess ist verbesserungswürdig, und sorgen auf dieser Grundlage dafür, nicht auf der Stelle zu treten. Das MURAL CITY 2025 ist unser bisher erfolgreichstes Event. Das empfinden nicht nur wir so, sondern bekommen es von allen Seiten widergespiegelt. Die städtische Förderung für das Folgeevent steht bereits. Einige Sponsoringplätze gilt es noch zu besetzen.
Herzlichen Dank für den Austausch und den Blick hinter die Kulissen des MURAL CITY. Vielen Dank für das Interview - wir freuen uns schon auf das MURAL CITY 2026!
Lina Besedina
Lina Besedina ist eine in Sibirien geborene Muralistin, Illustratorin und Grafikdesignerin mit Wohnsitz in Buenos Aires. Ihre traumgleichen Murals verbinden akademische Maltechniken mit lateinamerikanischem Graffiti – und setzen sich mit Themen wie Feminität, Erinnerung und magischem Realismus auseinander. Mit fast 100 Wandbildern weltweit war sie unter anderem Teil des Grenoble Street Art Festivals (Frankreich), der Urban Art Biennale (Bolivien) und mehrerer Mural-Projekte in Sizilien (Italien). Für Lina ist Kunst im öffentlichen Raum ein Werkzeug für Staunen, Reflexion – und sanften Widerstand.
Das Werk:
„The Heart of the Forest“
(Das Herz des Waldes)
Als Kind sagte ich einmal, ein Baum sei ein lebendiges Wesen – und man sagte mir, das stimme nicht. Ich war damals anderer Meinung – und bin es bis heute. Dieses Mural greift genau diesen kindlichen Instinkt auf: Ein Kind kniet vor einem leuchtenden Baumherz und spürt das Wunder, das darin liegt. „The Heart of the Forest“ ist eine Hommage an das stille Lebendigsein der Natur. Es lädt uns ein, innezuhalten, hinzuhören – und uns daran zu erinnern, dass die Welt viel lebendiger ist, als man uns oft glauben macht.
Antonia Lev
Antonia Lev ist eine bildende Künstlerin mit Wohnsitz in Paris und stammt ursprünglich aus Russland. Sie wurde in Moskau geboren und lebte dort bis 2022. Mit einem Abschluss in Illustration und Grafikdesign entwickelt sie ihre künstlerische Praxis nun in Frankreich weiter. In den vergangenen zehn Jahren war Lev intensiv im Bereich Mural Painting und Street Art aktiv und realisierte großflächige Arbeiten für Festivals in Russland, Israel, Deutschland, Finnland und Georgien. Ihre visuelle Sprache ist geprägt von fließenden, minimalistischen Formen und weichen Farbverläufen – inspiriert von den Strömen der Sehnsucht, die sie in der Natur, im menschlichen Körper und in Tieren beobachtet. Oft arbeitet sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Künstler Stepa Aifo.
Das Werk:
„The Dance of Blooming“
Dieses Werk ist dem Moment in der Natur gewidmet, wenn Bäume im Frühling zu blühen beginnen. In dieser Zeit scheint es, als wollten sie zum Mittelpunkt der Aufmerksamkeit werden – für Vögel, Insekten und Menschen. Sie feiern neues Leben und laden alle dazu ein, an ihrem Tanz teilzunehmen. “Die Idee zu dieser Arbeit kam mir, als ich einen Baum in einem Garten in der Nähe meines Zuhauses in einem Vorort von Paris beobachtete. Ich bemerkte, dass sein Stamm sich spiralförmig drehte – als würde die Natur selbst einen Reigen um ihn tanzen.”
Chus
Chus was born in Italy where he worked on graphic novels as a colourist for Italian and British publishers. He moved to Denmark in 2016, where he joined a dynamic environment of muralists and graffiti writers and while working as illustrator and designer he developed a passion for painting large murals.
He kept a close connection to his roots in the green hills of Tuscany and the wild Appennini mountains where trees, wildlife and rivers are still a source of inspiration for his dreamy murals
The artwork:
„The Green Gift“
The painting is divided in sections, sort of a triptych. The central section represents the encounter between a young girl and what seems to be a magical creature: a spirit or personification of Nature herself. As the girl stretches her arms out towards lady Nature, her hands open in a receiving gesture, the green lady blesses her with a gift of young trees sprouting and growing, healthy and green. This section of the triptych will feature brighter colours and a stronger contrast than the rest, this will help put focus on the main scene of the story. The two side panels can be interpreted either as other moments of the story, or as close-ups on what is happening. Their more muted contrast and color palette helps with the readability of the artwork and the overall harmony. On the left panel, we see a portrait of the young girl, her expression is determined, representing her determination in bringing the Green Gift to the world, on the right panel a close-up on the hands of the two characters meeting and giving life to green plants. There is a fourth section at the top, framed in a shape that reminds that of a seed. Within the same there is a pattern of roots stretching down towards our main characters. The symbology hints that through care for our roots and planting the right seeds we will see a better future.
Cloakwork
Cloakwork ist Street Artist und Illustrator aus Malaysia – bekannt für seinen einzigartigen, spielerischen Zugang zur Kunst. Geboren und aufgewachsen in Kuala Lumpur, entdeckte Cloakwork schon früh seine Leidenschaft für das Zeichnen und Malen. Seine künstlerische Laufbahn begann er mit Graffiti in seiner Nachbarschaft – doch schnell erweiterte er sein Repertoire um Murals und andere Formen öffentlicher Kunst. Sein Stil verbindet Elemente traditioneller Malerei mit Street Art. Typisch für seine Arbeiten sind kräftige Farben, klare Linien und illustrative Figuren, oft eingebettet in erzählerische Bildwelten. Viele seiner Werke zeigen überdimensionale Objekte und verspielte Szenen, die ein Gefühl von Fantasie und Staunen hervorrufen. Cloakwork hat zahlreiche Murals und Street Art-Projekte in Malaysia und weltweit realisiert. Außerdem war er an verschiedenen kommerziellen Projekten beteiligt – unter anderem als Designer für Marken wie Calvin Klein, Pepsi, Montana-Cans und viele mehr.
Das Werk:
„Listen to the Nature“
Als ich die Wand mit den vielen Fenstern zum ersten Mal gesehen habe, fand ich sie gleichzeitig spannend und herausfordernd. Die Linien auf der Fassade inspirierten mich dazu, sie als Orientierung zu nutzen und die Fläche in verschiedene Abschnitte zu unterteilen. Nach etwas Recherche und einem Blick auf den Standort bei Google Maps entdeckte ich, dass es sich um ein Wohngebiet handelt – umgeben von viel Grün. Daraus entwickelte sich die folgende Erzählung: Inspiriert von der Harmonie der Natur stellte ich mir eine Welt vor, in der Menschen und Insekten im Gleichgewicht miteinander leben. Wir sind aufeinander angewiesen, um dieses Gleichgewicht zu erhalten. Auch wenn wir uns oft als die besten Landschaftsgestalter:innen sehen, ist es wichtig, offen zu bleiben, genau hinzuschauen und von anderen Lebensformen zu lernen. Jede Spezies hat ihre eigene Art, eine lebensfreundliche Umgebung zu gestalten – und genau darin liegt eine große Inspirationsquelle für uns.
Von Schulz
Geboren 1978 im beschaulichen Münster, Deutschland, erkannte der Designer, Illustrator und Graffitikünstler von Schulz früh seine Leidenschaft und das Talent für figuratives zeichnen und malen. Er war Gründungsmitglied des Künstlerkollektivs und späteren Kreativagentur Studio Egotrips. 2015 verließ von Schulz seine bekannten Pfade, das Agenturleben und widmete sich vollständig seiner Kunst. Seit nun über 20 Jahren stellt er seine Arbeiten im In- und Ausland aus und veröffentlicht regelmäßig in diversen Publikationen.
Das Werk:
Eine ikonografische Darstellung zeigt eine Frau in harmonischer Verbindung mit der Natur. Umgeben von Blumen und Vögeln hält sie schützend eine Gans im Arm – Symbol für Fürsorge und Harmonie. Der illustrative Stil verbindet traditionelle Symbolik mit moderner Ästhetik und regt zur Reflexion über das Verhältnis von Mensch und Natur an.
Drü Egg
Dominik Rüegg aka Drü Egg wurde 1987 in St. Gallen geboren. Er studierte Animation und arbeitet zurzeit als freischaffender Illustrator. Drü Egg ist bekannt für seinen grafischen Stil, der klare Linien, geometrische Formen und reduzierte Farbpaletten kombiniert. Die Inspiration findet Dominik, indem er mit offenen Augen durch seinen Alltag geht oder beim Reisen.
Das Werk:
“IMPACT”
In der Natur ist alles viel enger miteinander verflochten, als es uns oft bewusst ist. Unsere Handlungen hinterlassen Spuren – manchmal sichtbar, oft jedoch verborgen. Jeder noch so kleine Eingriff kann weitreichende Folgen haben: vom winzigen Zellgefüge bis hin zum gewaltigen Bergrutsch. Dieses Bild lädt dazu ein, über den eigenen Einfluss auf die Natur nachzudenken. Es erinnert uns daran, dass unser IMPACT größer ist, als wir vielleicht glauben – und dass Bewusstsein der erste Schritt zur Veränderung ist.
Stepa Aifo
Stepa Aifo ist Muralist und Post-Graffiti-Künstler. In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit Legenden und modernen Mythen. Er erschafft mystische Wesen, Geister und Helferfiguren. Stepa Aifo ist überzeugt: Kunst sollte uns vor der Wahrheit retten. Deshalb entfernt er sich bewusst von der wörtlichen Darstellung der Realität – und sucht den Zugang zu einem anderen Raum, der von neuen Lebensformen, Symbolen, Verflechtungen und Hinweisen erfüllt ist. Sein visueller Stil ist geprägt von einer Leidenschaft für Architektur und Archäologie, Typografie und natürliche Formen.
Das Werk:
Stepa Aifos Arbeit fängt einen flüchtigen, transformativen Moment der Verbindung mit der Natur ein. Im Zentrum der Komposition steht ein Hund, der den Duft einer Blume einatmet. Mit dem Eintauchen des Dufts in das Tier scheint sich die Blume mit dem Hund zu verbinden – und verändert für einen Augenblick sein Wesen. In diesem Moment ist der Hund nicht mehr ganz Hund, und die Blume nicht mehr ganz Blume. Auch der Künstler – stiller Beobachter dieser Begegnung – wird durch das Erleben dieses Moments verändert. Mit seiner Bildsprache versucht er, den Zauber dieser vergänglichen Verwandlung festzuhalten.
Lozada
Lozada ist ein peruanischer Künstler mit fast 20 Jahren Erfahrung in der Malerei. Er begann seine Karriere in der Urban Art, doch mit der Zeit entwickelte sich sein Werk hin zur Abstraktion – ein Ansatz, der seine persönliche Sicht auf die Kunst widerspiegelt. Lozada ist überzeugt von der positiven, transformierenden Kraft der Malerei und davon, dass sich durch sie große Veränderungen bewirken lassen. Heute zählt er zu den herausragenden zeitgenössischen Künstlern seines Landes. Er ist ständig unterwegs, um seine Arbeiten in verschiedenen Ländern zu präsentieren. Seine Werke sind in Form von Wandgemälden, Workshops und internationalen Ausstellungen zu sehen.
Das Werk:
“In diesem Wandbild wollte ich den Entwicklungsprozess der Pflanzenwelt darstellen. In meiner Interpretation zeige ich, wie sich aus dem unteren Bereich eine Saat bildet und nach oben wächst – sichtbar in den Wurzeln und ihrer Entwicklung bis hin zur schönsten Erscheinung: der Blüte. Begleitet wird sie von weiteren wichtigen Elementen und Prozessen, wie der Verbreitung neuer Samen, die den Beginn eines neuen Lebenszyklus einleiten. Ich bin der Meinung, dass die wahre Schönheit der Natur im ständigen Kreislauf des Lebens liegt – dieses Werk soll eine Hommage daran sein.”
Nerone
Nerone ist ein französischer Urban Artist, der nach sieben Jahren in London mittlerweile in Marseille lebt. Sein visueller Kosmos verbindet Typografie, florale Kompositionen und urbane Energie auf kraftvolle Weise. Seit über einem Jahrzehnt ist Nerone auf der internationalen Street-Art-Bühne aktiv und hat großformatige Murals rund um den Globus geschaffen – unter anderem in London, Seoul, Padua, Miami und New York. Seine oft leuchtenden und lebendigen Arbeiten erkunden die Verbindung zwischen Natur, Mensch und grafischer Identität. Nerone lässt sich von Gegensätzen inspirieren: zwischen Architektur und Vegetation, Spontaneität und Präzision, Licht und Schatten. Sein Stil ist geprägt von intensiven Farbpaletten und großzügigen Formen. Neben Murals realisiert er auch Projekte in den Bereichen Grafikdesign, Illustration und Art Direction – oft in Zusammenarbeit mit Marken, Festivals und Institutionen.
Das Werk:
Melting Bloom
(Schmelzende Blüte)
In diesem Mural stehen schmelzende Blumen sinnbildlich für die Zerbrechlichkeit der Natur angesichts des Klimawandels. Ihr langsamer Zerfall wird zur Metapher für die verrinnende Zeit – und mit ihr für das Verschwinden der Ökosysteme, von denen wir abhängen. Als Künstler sehe ich meine Rolle nicht nur darin, Bilder zu erschaffen, sondern auch Zeuge der Veränderungen unserer Welt zu sein. Dieses Werk will keine Antworten geben – sondern durch Farbe, Bewegung und Emotion ein Bewusstsein wecken.
Sowet
Francesco Principato, aka Sowet, ist ein italienischer Maler und Street Artist. Inspiriert von der Renaissance ebenso wie vom Stylewriting, verbindet er in seiner Arbeit klassische Tradition mit urbaner Kultur. Nach seinem Studium in Pistoia, Venedig und Florenz nahm er an vielen internationalen Street Art Festivals teil. Unter anderem war er auch schon bei uns in Bremen beim HIDDEN TREASURE Urban Art Festival. Heute arbeitet er in Italien und international – an Murals, Leinwandarbeiten und Kunst im öffentlichen Raum.
Das Werk:
Ein Junge, der eine Krone aus Gänseblümchen und Kamille trägt, steht aufrecht und hält einen Blumenstrauß in den Händen.
Sein Blick trifft den der Betrachtenden – eine stille Einladung zur Verbindung. Zarte Farbtöne in Aqua, hellem Ocker und Himmelblau erzeugen eine ruhige, friedliche Atmosphäre. Sein gemustertes Outfit steht im Kontrast zum malerischen Stil des Hintergrunds und greift gleichzeitig die Farben der Blumen auf. Am unteren Bildrand verankern zwei übergroße Gänseblümchen die Szene. Darüber schwebt eine leuchtende Blüte – als Symbol für die stille, strahlende Schönheit der Natur.
