Produkt:

  • KEIM Lasur-System

Beteiligte:

Manfred Hofmann (Architekt)
Feldmann, Hofmann, Rohde u. Schürmeyer Architekten
Groß-Buchholzer Kirchweg 72D
30655 Hannover
Fon: (05 11) 5 46 78-0


Götz Keitel (Farbgestaltung)
August-Schröder-Str. 12
33602 Bielefeld
Fon: 0521-171784
Email: goetzkeitel@t-online.de


Wilhelm Meineke (Maler)
Meineke Malerbetrieb GmbH
Mecklenhorster Str. 21
31535 Neustadt

Grundschule in Stolzenau (Deutschland)

Objektbeschreibung:
Seelischer Klang im Schulraum

Ihr eigentlicher Name lautet nach ihrer Adresse: die Schule "Hinterm Damme". Dass die Grundschule der Gemeinde Stolzenau in Niedersachsen jedoch "Regenbogenschule" genannt wird, verdankt sie einer behutsamen, durchdachten und doch ausgesprochen fröhlichen Farbgestaltung.

Die 2001 eröffnete Grundschule in Stolzenau präsentiert sich dem Besucher als ein durchgängig heller und freundlicher Baukörper mit Oberlicht, gelegen inmitten großer Freiflächen mit naturnah gestalteten Spielplätzen. 15 Säulen bilden das tragende Element im Zentralbereich. Daran schließen sich nach Norden und Süden die Klassenräume der 3-zügigen Grundschule für je zwei Jahrgänge mit Fachräumen sowie ein Schulkindergarten an.

Effekte mit einfachen Baustoffen

Eine „gemütliche Schulwohnung“, ein „wohnliches Schulhaus“ entstehen zu lassen – das hatte sich das beauftragte Architekturbüro Feldmann Hofmann Rohde Schürmeyer aus Hannover seinerzeit selbst ins Stammbuch geschrieben. Und nicht nur das. Das zeitgemäße Gebäude sollte mit möglichst geringen Bau- und Betriebskosten zu Buche schlagen und gleichzeitig den Vorgaben des umweltschonenden und energiesparenden Bauens genügen. Hohe Ansprüche, doch die Planer hatten bereits im nahe gelegenen Nienburg beim Bau der dortigen Schule Erfahrungen sammeln können. Architekt Manfred Hofmann erläutert, wie Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Ästhetik auch in Stolzenau in Einklang kamen: „Aus der Kostenbeschränkung heraus entschieden wir uns für ganz einfache, unverkleidete Baustoffe: Die geschwungenen und gewölbten Decken aus sägerauem Holz neigen sich leicht gegen die Wände, die lediglich geschlämmt sind und so die gemauerte Steinstruktur zeigen. Diese beiden Elemente in einem Schulbau sind für viele sicherlich ungewöhnlich.“ Betont wird dieses Gestaltungselement durch das Zusammenspiel mit der Farbgebung. „Durch lasierende Farbaufträge in mehreren Schichten zeigen die Flächen ein lebendiges Farbenspiel. Die Strukturen der Bretter und der Steine bleiben sichtbar und greifbar. Damit ist die Farbe kein abschließendes Element, sondern verbindet die Materialien.“

Matt und mineralisch

Seit Beginn der Planung begleitete der Bielefelder Farbgestalter Götz Keitel das Projekt. Sein Verdienst ist es, die ausgewählten Baustoffe – Blähtonsteine, Ziegel sowie Kalk-Zement-Schlämme – mit der ihnen eigenen Oberflächenstruktur auf die beabsichtigte Lasurgestaltung abzustimmen und künstlerisch zu integrieren. Ein breites Spektrum aus der Palette der Keim Mineralfarbpigmente – angemischt vor Ort durch Farbgestalter Götz Keitel – kam bei dem anspruchsvollen Projekt in Stolzenau zum Einsatz. Unterstützt durch Keimfarben-Fachberater Peter Müller, zeichnete der Neustädter Malerbetrieb Wilhelm Meineke für die Ausführung verantwortlich. Seine Mitarbeiter setzten die Ideen des Farbgestalters fachgerecht um. Fläche für Fläche, nass in nass ausgeführt mit einer nicht zu großen Meisterbürste, entstand so eine ansatzfreie Lasur ohne Pinselstrich und Wolkenbildung.

Farbgebung mit Balance

Farbgestalter Götz Keitel erklärt seine künstlerischen Überlegungen: „Wenn die Farbgebung eine psychologische Wirkung haben soll, dann nur auf großen Flächen. Hier darf man natürlich keinesfalls volltonig arbeiten, das würde den Betrachter regelrecht erschlagen. Lasuren hingegen bieten ein vielschichtiges Spektrum im wahrsten Sinne des Wortes.“ So erstrahlen sowohl die Betonflächen im Außenbereich als auch die Innenräume in mehreren Farbschichten transparent, mineralisch matt und polychrom: Die Wände zeigen jahrgangsweise in rötlichen, orangefarbenen, gelblichen und grüngelben Nuancen abgestufte Farbtöne. Überall gibt es leichte Farbverläufe. Die Gestaltung der Betonsteine wirkt subtil und zart. Durch die Farbkomposition entsteht eine Balance zwischen Kühlem und Warmem, zwischen Aktivität und Zurückhaltung. Oder, wie es Architekt Manfred Hofmann formuliert: „Es ist der Versuch, den Raum als pädagogisches Instrument mit einem seelischen Klang auszustatten, der eine frische und freudige Grundstimmung vermittelt.“ Dieser Versuch ist den Planern zweifellos gelungen. Nicht umsonst spricht heute niemand mehr von der „Schule Hinterm Damme“.

Weitere Referenzen

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