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Blog | 11.08.2025

Natürliche Symbiose aus Holz und Stein

Familie Ehehalt aus Essen lebt sehr umweltbewusst und das Thema Nachhaltigkeit spielt eine große Rolle – auch beim Wohnen. Deshalb fiel die Entscheidung bei der Sanierung ihrer über 100 Jahre alten Doppelhaushälfte auf eine Dämmung mit Holzfaser. „Wir fanden, dass zu so einem alten Haus synthetische, ölbasierte Dämmstoffe einfach nicht passen.“, so Ulrich Ehehalt. Gerade bei der Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern im Massivbau ist eine Dämmung mit den neuen leichten Holzfaserdämmplatten sehr attraktiv. Zusammen mit den mineralischen Putz- und Anstrichsystemen von KEIMFARBEN lassen sich Fassaden besonders langlebig, widerstandsfähig und nachhaltig dämmen.

Zukunftsmaterial Holz

Das wahrscheinlich älteste Baumaterial der Menschheit entwickelt sich zum Baustoff des 21. Jahrhunderts. Holz hat allen anderen Baustoffen Entscheidendes voraus: Es wächst nach, seine Nutzung schont die Ressourcen und entlastet das Klima. Und nicht zuletzt besticht das nachhaltige Material auch auf gesundheitlicher und emotionaler Ebene. In unserem täglichen Umgang mit Gebäuden und Architektur schafft Holz eine wohltuende Verbindung zur Natur. Eine der zahlreichen Anwendungsgebiete ist die Holzfaserdämmung (HFD). Holzfasern verfügen über beste Dämmeigenschaften und eine hervorragende Ökobilanz. Für eine CO2-Reduktion sorgen sie gleich doppelt. Zum einen durch den natürlichen CO2-Speicherungseffekt während des Wachstums (Photosynthese), zum anderen durch die Energieeinsparung im Wärmedämmsystem.

Natürliche Dämmung - mineralische Oberfläche

Häuser im Bestand sind mehr als nur „vier Wände“. Sie sind Orte mit Erinnerungen, von Generationen vor uns geschaffen. Es gilt, sie wertzuschätzen und zu erhalten. Dies war auch der Wunsch von Familie Ehehalt, die vor 10 Jahren in Essen eine über 100 Jahre alte Doppelhaushälfte erwarb. Nach dem Kauf wurden Dach und Kellerdecke gedämmt sowie Fenster und Haustür ausgetauscht. Nun sollte die Fassade mit einer Fläche von ca. 130 m2 saniert werden. Parallel dazu wurde auf dem Dach eine Photovoltaik-Anlage installiert. Bei der Dämmung entschied sich das Ehepaar für ein mineralisches System von KEIMFARBEN mit dem Dämmstoff Holzfaser. Ausschlaggebend für diesen Dämmstoff war nach Aussage von Ulrich Ehehalt „in erster Linie, dass es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt, der sich auch wieder recyclen lässt. Zusätzlich war uns die gute Feuchtigkeitsregulierung wichtig.“ Dies ist eine der hervorstechendsten Eigenschaften von Holzfasern als Dämmstoff. Das Material kann – bei ungeminderter Dämmleistung – bis zu 15 % seines Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und auch wieder abgeben. Der diffusionsoffene Aufbau von Holzfaserdämmstoffen unterstützt das Feuchtemanagement, schützt vor Schimmelbildung und trägt maßgeblich zu einem gesunden Wohnklima bei.

Eingehend beraten wurde Familie Ehehalt durch den Malerbetrieb Rickers. Das 1952 gegründete Familienunternehmen ist in Essen ansässig und wird heute in der 3. Generation von Junior-Chef Jan Rickers und Senior-Chef Ulrich Rickers geführt. Drei Meister, ein Team von 15 Facharbeitern und eine engagierte Bürokauffrau bilden das Herz des Unternehmens. Ulrich Rickers hat 1980 sein erstes Wärmedämmsystem verarbeitet. Seit 1990 wird bei Rickers mineralisch gedämmt. Auch bei der Verwendung des Dämmstoffes EPS ist der übrige Aufbau des WDVS komplett mineralisch.

Die ausführliche Beratung seiner Kunden ist Ulrich Rickers enorm wichtig. Nach seinen Erfahrungen wird dies honoriert. „Der Kunde merkt, ob mir daran gelegen ist, die für ihn beste Lösung zu finden. Ich möchte mir als beratender Handwerksunternehmer später nicht vorwerfen lassen: Wir haben gehört, es gibt noch ein anderes System und du hast nicht darüber gesprochen.“ Zur Beratung gehören auch Aspekte der Ökologie und Wohngesundheit. Eine Holzfaserdämmung verbessert beispielsweise die Schallisolierung, was gerade in der Nähe stark befahrener Straßen zu einem besseren Wohngefühl beiträgt.

Unkomplizierte Verarbeitung: leicht, handlich, effizient

Für das WDVS am Einfamilienhaus in Essen wurden GUTEX Dämmplatten Thermowall-L 160 mm verwendet. Der Sockel wurde mit Sockeldämmplatten 035 140 mm ausgeführt. Die Fassadendämmung beginnt oberhalb des Spitzwasserbereiches > 30 cm. Zu Beginn der Arbeiten stand die Sockelfläche vor, im Anschluss sollte die Fläche rückspringend sein. Sockelbereiche sind durch Feuchtigkeit oder mechanische Belastungen im Vergleich zur Fassadenfläche grundsätzlich stärker beansprucht. Deshalb ist im Hinblick auf eventuell später durchzuführende Instandsetzungs- bzw. Wartungsmaßnahmen die Ausführung des rückspringenden Sockels die technisch beste Lösung und ermöglicht eine kostengünstige Sanierung mit geringem Aufwand. Es wird ausschließlich die Sockelfläche saniert, ohne dass in die Fassadenfläche eingegriffen werden muss. Ganz im Sinne der Forderung nach langlebigen, nachhaltigen Systemen.

Ulrich Rickers bestätigt, dass sich die Verarbeitung der Holzfaserdämmplatten nicht wesentlich von der Dämmung mit Mineralwolle oder EPS unterscheidet. Dies Einschätzung wird auch von den für das Projekt verantwortlichen Bauleitern Robert Koch und Martin Schwarz geteilt. Holzfaserdämmplatten müssen allerdings trocken gelagert werden. Zieht sich Feuchtigkeit über die Schnittkante, besteht die Gefahr, dass sich die Platte in ihrer Dimension verändert, was später zu Schäden bei der Armierung und im Putz führen kann. An der Baustelle in Essen wurden die Platten bei einem Großhändler gelagert, täglich angeliefert und just-in-time verarbeitet. 

Vorkonfektionierte Raffstorekästen

Eine Herausforderung an der Baustelle der Familie Ehehalt war für die Firma Rickers das Anbringen von vorkonfektionierten Raffstorekästen. Es handelt sich dabei um eine Systemlösung zur Anbringung von Außenjalousien in WDV-Systemen. Sie sind individuell konfigurierbar, wurden als vorgefertigte Bauteile von GUTEX direkt an die Baustelle geliefert und im Zuge der Fassadendämmarbeiten oberflächenbündig in die Dämmebene integriert. Die Präzision der Vorfertigung zahlt sich für den Handwerker in vielfacher Hinsicht aus. Unter anderem werden Arbeitsprozesse baustellenseitig beschleunigt und die Fehleranfälligkeit bei der Detailsaubildung drastisch reduziert.

Einfaches Zuschneiden und Verdübeln

Da die neue Generation der Holzfaserdämmplatten – gekennzeichnet mit einem „L“ – leicht und kompakt ist, kann sie auf der Baustelle einfach und schnell bewegt werden. Geklebt und gedübelt wird wie gewohnt. Zur Verdübelung wird nur ein handelsüblicher 8 mm Steinbohrer benötigt. Die Platten können mit einem Elektrofuchsschwanz einfach zugeschnitten werden. Die Firma Rickers hat allerdings in eine Mafell Seilsäge investiert, mit der auch Mineralwolleplatten exakt zugeschnitten werden können. Hierzu erfolgte an der Baustelle eine Einarbeitung durch die Firma Mafell. Exaktes Zuschneiden ist für Ulrich Rickers gerade unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit beim Materialeinsatz ein sehr wichtiger Aspekt. Je dicker die Dämmplatten werden, umso größer ist die Gefahr, dass der Schnitt schief wird und auch Dämmstoffreste nicht mehr verarbeitet werden können. Dämmstoffreste zu entsorgen ist darüber hinaus auch ein Kostenfaktor.

Schlussbeschichtung mit KEIM Brillantputz

Die Lebensdauer eines Dämmsystems wird maßgeblich von der Qualität der Oberfläche bestimmt. Sie schützt die darunterliegende Dämmschicht gegen Feuchtigkeit und andere Umwelteinflüsse. Beim WDVS in Essen kam zulassungskonform als Schlussbeschichtung KEIM Brillantputz zum Einsatz – ein hochwertiger mineralischer Dünnschicht-Leichtputz auf der Basis von Weißkalk, Weißzement und wertvollen Marmorzuschlägen. Um der Wand eine gleichmäßige Struktur zu verleihen, wurde darunter KEIM Putzgrund verwendet.

Ökologisch Dämmen lohnt sich

Eine Fassadendämmung im Einklang mit der Natur ist für Familie Ehehalt nach wie vor die richtige Entscheidung, „um noch ein wenig nachhaltiger zu werden“. Und neben der deutlich schöneren Fassade, hat sich auch der Wohlfühleffekt sehr schnell eingestellt: „Im Sommer ist es im Haus 1 – 2°C kühler und im Winter kühlen die Räume nicht so schnell aus. Der Gasverbrauch hat sich von ca. 15.000 kWh auf 8.000 kWh reduziert.“ so das bisherige Fazit der Ehehalts.

Für Ulrich Rickers und sein Team ist das Dämmen mit Holzfaser eine Chance, ästhetisch schön sowie verantwortungsbewusst zu arbeiten und sich als Vorreiter zu positionieren. Denn Kunden suchen immer mehr nach Handwerkern, die ökologisch denken.


Investor
Familie Ehehalt, Essen

Verarbeiter
Malerbetrieb Rickers GmbH & Co. KG, Essen

Produkte
KEIM Klassik-Plus mit HFD
Dämmplatten:  GUTEX Thermowall-L 160 mm
Weitere Systembestandteile entsprechend Zulassung KEIM

Fotos 
Yves Paduch

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