Interaktion der Farben

Produkte:

  • KEIM Ätzflüssigkeit
  • KEIM Concretal-Lasur
  • KEIM Concretal-Fixativ

Beteiligte:

Bauherr
Laumer Bautechnik, Massing
http://www.laumerbautechnik.de

Farbkonzept und -gestaltung
Arbeitsgemeinschaft Betonlasur und Elisabeth Sonneck, Berlin
http://www.betonlasur.de
http://www.elisabeth-sonneck.de

Architektur
Heinz Eberherr, Fa. Laumer Bautechnik, Massing

Ausführung
Arbeitsgemeinschaft Betonlasur, Berlin

Objektbeschreibung:
Die Wiederentdeckung von Betonoberflächen als Stilmittel und Gestaltungsform moderner Architektur.

Seit 1956 ist im niederbayerischen Massing der Betonfertigteilhersteller Laumer angesiedelt.
Am Anfang stand die Produktion von Massivdecken für Wohnhaus- und Stallbauten; in den Folgejahren wurde das Angebot um Getreidesilozellen, Fertiggaragen, Tragschalen, schlüsselfertige Bauten und Holzbauten erweitert.
Die Wiederentdeckung von Betonoberflächen als Stilmittel und Gestaltungsform moderner Architektur und die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Sichtbeton-Elementen machte die Errichtung einer zusätzlichen Produktions- und Lagerhalle für Fertigteile erforderlich. Ein Betonfries an der Nordfassade der neuen Halle wurde - der Unternehmenskultur entsprechend - anspruchsvoll farbig gestaltet.

Corporate Identity
Der im hauseigenen Ingenieurbüro geplante Bau wurde 2007 errichtet und mit einer großflächigen Solaranlage auf dem Dach ausgestattet. Die Nordfassade der Halle ist im oberen Drittel auf einer Länge von fast 60 Metern mit vor- und rückspringenden Betonflächen in einem unregelmäßigen und dennoch harmonischen Rhythmus gestaltet.
Bereits in der Planungsphase wurde die "Arbeitsgemeinschaft Betonlasur", ein Berliner Team aus Architekten, Designern, Farbgestaltern und Künstlern, einbezogen, um Aspekte einer vorgesehenen Farbgestaltung zu berücksichtigen. Gemeinsam mit den Bauingenieuren von Laumer wurden eine Reihe von Gestaltungsvarianten mit verschiedenen Spielarten von Formen und Farbanwendungen erarbeitet. Vorgabe war es, die formale Struktur des Frieses mit den insgesamt sieben Corporate-Identity-Farben zu gestalten und zusätzlich Bildelemente aus der Gründungszeit des Unternehmens einzuarbeiten. Die Beschichtung sollte in Betonlasur ausgeführt werden, um die mineralische Optik und Haptik des Sichtbetons zu erhalten und das innere Gefüge des Betons sichtbar zu lassen.

Rhythmisierung
Die Vorgaben der CI-Farben ergaben sich aus der Hausfarbe "Laumer-Blau" und weiteren sechs Farben, die je einer Abteilung zugeordnet sind (Fertigteile, Garagen, Holzbau, Komplettbau, Bausanierung, CSV Bodenstabilisierung). Diese Farben - Lichtblau, Signalgelb, Verkehrspurpur, Basaltgrau, Lichtgrün, Signalgrün, Himmelblau - waren ursprünglich aus dem RAL-Classic-Farbsystem gewählt und in Helligkeit, Farbton und Sättigung nicht aufeinander abgestimmt worden. Im Zuge des Planungsprozesses empfahl die "Arbeitsgemeinschaft Betonlasur", in die formale Struktur des Frieses einen Farbrhythmus mit KEIM Concretal-Lasuren einzubetten und auf bildartige Formelemente zu verzichten. Außerdem beauftragte sie die Berliner Künstlerin Elisabeth Sonneck, deren Arbeitsschwerpunkt innerhalb der abstrakten Malerei auf der Entwicklung von Farbbeziehungen liegt, ein Konzept zur Harmonisierung des Farbrhythmus zu erarbeiten, in dem durch präzise ausgewählte und vor Ort bemusterte Lasurfarbtöne die inhomogene CI-Farbreihe in den Kontext einer Skala von Beifarben gestellt wurde. Die Interaktion der gewählten Farbtöne und ihr farbiger Kontext bestimmen ihre Wirkung im Sehen. Ein kühles Rot z.B. erscheint wärmer, wenn es neben einem kühlen Farbton steht.
"Mit der raumbezogenen Malerei möchte ich auf Situationen hinarbeiten, in denen die Wahrnehmung von Farbe nicht nur optisch, vis-à-vis, sondern im unmittelbaren Verbund von Ort, Zeit und handelnder Person entsteht", beschreibt Elisabeth Sonneck ihren farbkünstlerischen Ansatz. "Indem die Farbe dem Betrachter nicht mehr nur 'vor Augen steht', sondern er sich in ihrer räumlichen Umgebung bewegt, schafft er sich je nach Standort und Blickrichtung und -dauer sein momentanes und veränderliches Blickfeld."

Ausführung
Die Farbtöne für den Fassadenfries wurden nach der NCS-Skala erarbeitet und von KEIM überwiegend in Concretal-Lasur angemischt. Vor Ort wurden die Lasuren mit KEIM Concretal Fixativ in unterschiedlichen Dichten je Schicht angesetzt und nach Vorbehandlung des Betons mit KEIM Ätzflüssigkeit mit großen Lasurbürsten ansatzfrei nass in nass in jeweils bis zu fünf Schichten aufgebracht. Dabei wurden zur Feinabstimmung verschiedenfarbige Lasurschichten übereinander gelegt.
Auf Anraten der "Arbeitsgemeinschaft Betonlasur" wurden die unter dem Fries angeordneten Aluminiumfensterrahmen in einem neutralen Grauton ausgeführt, um die Gesamtfarbigkeit der Fassade nicht durch eine weitere Akzentfarbe zu überfrachten.

Durch dieses Kunst-am-Bau-Projekt wurde die Ansicht der weithin sichtbaren Nordfassade der Produktionshalle auch für das seitlich angrenzende Wohngebiet deutlich aufgewertet. Dies gehörte mit zu den Anliegen des Unternehmens, das die Entwicklung und das Gesicht des 4.000-Seelen-Ortes seit über einem halben Jahrhundert deutlich mitprägt.

Weitere Referenzen

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