Der diskrete Charme der 50er Jahre

Produkte:

  • KEIM Optil®
  • KEIM Concretal-Lasur
  • KEIM AquaROYAL®

Objektbeschreibung:

Energetische Sanierung und farbige Gestaltung einer Grundschule aus den 50er Jahren mit Fördermitteln aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm des Bundes und Produkten aus dem Hause KEIMFARBEN.

Leichtigkeit, Dynamik, Transparenz - das sind wesentliche Merkmale der Architektur der Nachkriegsmoderne. Bauwerke dieser Epoche sind einerseits geprägt von begrenzten finanziellen Mitteln, überraschen andererseits aber durch Stil- und Materialvielfalt und ihre sorgfältige Gestaltung. Die Qualität der 50er Jahre Architektur erkennt man oft erst auf den zweiten Blick, ihr Wert als letzte handwerkliche Epoche des Bauens blieb lange Zeit verkannt. Die Folgen sind bekannt: Instandhaltungsrückstau, schlechter baulicher Zustand und Entstellung durch unsensible An- und Umbauten.

Originale Formensprache
Die Grundschule Friedrichshafen-Fischbach stammt aus dem Jahr 1952 und ist ein besonders gelungenes Beispiel für die Architektur der Nachkriegsmoderne in der Region. Die Einbindung des Gebäudes in das Gelände, die Orientierung der Klassenzimmer zum Freiraum hin und die Weitläufigkeit der Anlage sind typisch für Schulbauten aus den 50er Jahren. "Sowohl im Konzept als auch in der Gestaltung ist das Engagement und der Anspruch der Erbauer heute noch spürbar", erklärt Architektin Christiane Staub-Koch vom Architekturbüro STAUB ARCHITEKTEN aus Friedrichshafen. "Die Schule ist für uns auch deshalb bedeutsam, weil der damalige Planer des städtischen Hochbauamtes, Herbert Fecker, später Ministerialdirigent von Baden Württemberg wurde, also der oberste Bauherrenvertreter des Landes." Das Bauwerk wurde 1991 und 1993 durch Zweckanbauten erweitert, 1991 durch ein winkelförmiges Gebäude auf der Südostseite des Altbaus, 1993 folgte der Anbau eines Musiksaals an der Nordwestseite.

Farbige Flure
Im Sommer 2008 wurden die Architekten zunächst mit der optischen und akustischen Aufwertung der Flure vor den Klassenzimmern und der Entwicklung eines neuen Beleuchtungskonzepts beauftragt. Die Farbgestaltung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Farbstudio der Firma KEIMFARBEN. Eine architektonische Besonderheit sind die Eingangsportale zu den Klassenzimmern, die Schächte einer Schwerkraft-Lüftung enthalten und durch ihre körperhafte Ausbildung die Flurräume rhythmisieren. Die zahlreichen Entwürfe nahmen überwiegend Bezug auf die typische Farbigkeit der 50er Jahre - zarte Pastelltöne kombiniert mit hellem Grau. Die Schulleitung entschied sich letztlich aber für eine Akzentuierung der Portale in den Primärfarben Gelb, Rot und Blau. Diese Gestaltung wurde mit der Sol-Silikatfarbe KEIM Optil® ausgeführt, mit Farbtönen aus dem KEIM Avantgarde-Farbfächer.
Für die Klassenräume waren von Schulseite weiße Wandflächen ohne zusätzlich farbige Elemente gewünscht, hier entschied sich der Bauherr für KEIM Ecosil®, eine photokatalytisch wirksame Mineralfarbe, die auch für Allergiker geeignet ist.

Energetische Sanierung
In den Jahren 2009 und 2010 konnte die Stadt Friedrichshafen mit finanzieller Unterstützung durch das Konjunkturpaket II des Bundes eine energetische Sanierung am Gebäudebestand von 1952 durchführen.


"Der Schwachpunkt der Grundschule in Fischbach war, wie bei fast allen Gebäuden aus dieser Zeit, der geringe Wärmedämmwert der Außenbauteile", erklärt Birgit Sperlich, Leiterin Hochbau des Stadtbauamts Friedrichshafen. Im Oktober 2009 wurde mit dem ersten Bauabschnitt begonnen. Zunächst erfolgten die Dämmung der obersten Geschossdecke des Altbaus mit einer 20cm dicken Dämmschicht und die Sanierung des stark angegriffenen Betonskeletts auf der Nordostfassade nach betontechnologischer Untersuchung.


Im zweiten Bauabschnitt ab Mai 2010, wurden dann die Fenster auf der Nordwestseite des Altbaus erneuert und die Scheiben der Metallfenster aus den 90iger Jahren ausgetauscht. "Bei den Fenstern haben wir Aufwand und Nutzen abgewogen," so Christiane Staub-Koch. "Neben dem kompletten Austausch von Fenstern wurden teilweise auch nur Fensterscheiben erneuert, wenn dadurch eine ausreichende Dämmwirkung erzielt werden konnte." Die neuen Fenster haben etwas breitere Profile als die ursprünglichen Fenster, weil eine Zweifachverglasung in den extrem schlanken Originalprofilen nicht unterzubringen war.


Außerdem wurde die bestehende Heizungsanlage durch die Haustechnik des Stadtbauamtes aufwändig energetisch optimiert.

Wärmeschutz im Einklang mit der Architektur
Wichtigster Punkt der Sanierung war die Wärmedämmung der Nordwest- und Südostfassaden. Der Leiter des Stadtbauamtes, Wolfgang Kübler legte in Abstimmung mit den Architekten großen Wert darauf, dass die Formensprache der noch vorhandenen Originaldetails durch die Maßnahmen möglichst nicht verändert wurde. Deshalb entschied sich das Planungsteam bei der Sanierung der feingliedrigen Betonskelettfassade auf der Südostseite für eine Dämmung der Wandinnenseite mit Foamglas. "Durch den Einsatz der Innendämmung konnten wir die für die Nachkriegsarchitektur typische Fassadenstruktur erhalten," freut sich Christiane Staub-Koch. Bei der Mauerwerks-Lochfassade auf der Nordwestseite kam eine Außendämmung mit dem hydroaktiven mineralischen Wärmedämm-Verbundsystem AquaROYAL® von KEIM zum Einsatz. Der biozidfreie, dickschichtige Systemaufbau sorgt durch hohe Diffusionsfähigkeit für schnelle Rücktrocknung und ein erhöhtes Wärmespeichervermögen.

Der silikatische Anstrich reduziert zudem die Verschmutzungsneigung und besticht durch seinen matten, handwerklichen Charakter, der die Anmutung der 50er Jahre Architektur betont. Die neuen Fenster ließ man so in die Fassade setzen, dass auch auf dieser Gebäudeseite das Erscheinungsbild nicht verändert wurde, sondern in Proportionen, Schatten- und Tiefenwirkung dem ursprünglichen Zustand entspricht. Die sorgfältige und originalgetreue Ausbildung kleiner Details wie Faschen, Kanten, Schattennuten und Laibungen knüpft an die Geschichte der Schule an und trägt ganz wesentlich zum Charakter des Gebäudes bei.

Alle Fassadenelemente aus Beton erhielten einen Schutzabstrich mit der mineralischen Betonschutzfarbe KEIM Concretal® in den Farbtönen Oxidrot, Weiß und Lichtgrau.
KEIM Concretal® ist wasserdampfdurchlässig und schützt gegen aggressive Schadstoffe in der Atmosphäre, Karbonatisierung sowie gegen Chloridbelastung.

Beispielhaft
Vielleicht ist die hohe Qualität der Sanierungsmaßnahmen erst auf den zweiten Blick zu erkennen, dann aber umso deutlicher. Die Grundschule Fischbach stellt ein rundum beispielhaftes Projekt dar, das Schule machen sollte - der Umwelt zuliebe, denn der Energieverbrauch konnte in Verbindung mit einer Optimierung der Heizung um ca. 40 Prozent gesenkt werden. Das bedeutet nicht nur eine erhebliche Verringerung des jährlichen Ausstoßes an CO2 von 90 Tonnen auf 54 Tonnen, sondern auch eine deutliche Senkung der Unterhaltskosten. Beispielhaft ist auch die Arbeit des Planungsteams, von dem man einiges lernen kann: Respekt im Umgang mit dem Bestand, Sorgfalt in der Detaillierung und in der Behandlung des Materials, eine durchdachte Projektplanung, die Nachhaltigkeit ernst nimmt - und Pünktlichkeit! Denn pünktlich zum Ende der Sommerferien konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden und Schüler und Lehrer in ihrer neuen "alten" Schule das Schuljahr beginnen.

Beteiligte:

Stadt Friedrichshafen, Stadtbauamt

Projektleitung
Stadtbauamt Friedrichshafen, Abteilung Hochbau; Dipl. Ing. Birgit Sperlich,
Dipl. Ing. Walter Frirdrich

Architekt
STAUB ¬ Architekten BDA, Friedrichshafen-Fischbach
www.staub-architekten.de

Bauphysik
ITA INGENIEURGESELLSCHAFT MBH, Wiesbaden-Delkenheim
www.ita.de

Haustechnik
Planungsbüro Amato, Friedrichshafen

Malerarbeiten
Firma Heinrich Schmidt GmbH, Singen und Albstadt
www.heinrich-schmid.de

KEIM-Fachberater
Markus Schneider

Betontechnologische Untersuchung
Dipl.-Ing. Klaus Baer, Firma Keimfarben

Weitere Referenzen

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